Angesichts der Beträge wurde diese Woche auch manchen Koalitionspolitikern blümerant zumute. Stolze 838,5 Milliarden Euro will die Bundesregierung in den vier Jahren von 2027 bis 2030 an neuen Schulden aufnehmen, nicht viel weniger als eine Billion Euro also. Ähnlich flott war die Bundesschuld nur infolge der Wiedervereinigung angewachsen, um damals rund eine Billion D-Mark im ersten Jahrzehnt, was nach Kaufkraft ungefähr der heutigen Summe entspricht. Schon im Jahr 2030 wird der Bund 80,7 Milliarden Euro allein für Zinsen bezahlen, das ist dann fast schon jeder vierte Euro, der an Steuereinnahmen überhaupt hereinkommt.„Natürlich sind das Summen, vor denen ich auch Respekt habe“, sagt Finanzminister Lars Klingbeil. „Aber das ist die richtige Entscheidung, dass wir die Gelder jetzt in die Hand nehmen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Deutschland über die nächsten Jahre auch ein starkes Land bleibt.“ So argumentiert die Regierung, und so hatte sie schon die nötigen Verfassungsänderungen im Vorjahr begründet: Es braucht die gewaltigen Verteidigungsausgaben, um den Autokraten Putin in Moskau abzuschrecken und den unsicheren Kantonisten Trump in Washington zu besänftigen. Und es braucht die Investitionen in die Infrastruktur, um das Land wieder flottzumachen.