Stand: 11.07.2026 • 11:10 Uhr

Das Sparpaket im Gesundheitswesen ist beschlossene Sache - Kritik gibt es weiter: etwa daran, dass der Bundesrat darauf verzichtete nachzuverhandeln. Der Deutsche Landkreistag warnt vor zusätzlichen Kosten für die Kommunen.

Die beschlossenen Sparmaßnahmen der schwarz-roten Koalition für das Gesundheitswesen lösen Protest bei den Kommunen aus. Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, den Krankenhäusern drohten 2027 zusätzliche Belastungen. Dabei müssten insbesondere die Landkreise und Städte schon heute Milliarden Euro aufbringen, um ihre Kliniken vor der Insolvenz zu bewahren.

"Leider hat der Bundesrat wieder einmal keine Kraft und keinen Mut gehabt, um die Interessen der Länder und Kommunen wenigstens noch im Vermittlungsausschuss zu wahren", kritisierte Brötel. Auch im Rettungsdienst werde eine pauschale Begrenzung der Vergütung zu strukturellen Finanzierungslücken führen und die flächendeckende Versorgung merklich verschlechtern.

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband warnte ebenfalls vor Verschlechterungen für Patientinnen und Patienten. "Wir werden jetzt massive Kürzungsprogramme in den Praxen fahren", sagte der Verbandsvorsitzende Markus Blumenthal-Beier im Deutschlandfunk. Die Kosten für Miete und Personal seien sprunghaft gestiegen - das sei für viele nicht mehr zu stemmen. Es drohten "massive Versorgungsprobleme in dünn besiedelten Regionen". Er hätte von den Ländern erwartet, dass sie stärker um die Hausarztpraxen kämpften, so Blumenthal-Beier.