Gestatten, die WM-Maskottchen: der mexikanische Jaguar Zayu, der kanadische Elch Maple, der amerikanische Weißkopfseeadler Clutch. Man muss die drei so kurz vor Ende der Weltmeisterschaft immer noch vorstellen, die Namen sind der weltweiten Fangemeinde kaum in Fleisch und Blut übergegangen – das zeigt, welch traurige Nebenrolle das Trio spielt.Zayu, Maple und Clutch sind Randfiguren, im übertragenen und eigentlichen Sinn. Manchmal sieht man sie am Spielfeldrand stehen, ins Publikum winkend. Aber sie haben kein Charisma, sie sehen eher aus wie verkleidete Platzwarte, die darüber nachdenken, wann sie das nächste Mal die Seitenlinien nachkreiden sollen. Ganz anders noch bei Olympia vor wenigen Monaten in Milano: Milo und Tina heizten den Leuten ein, gaben den Ton an, waren im Merchandise-Shop ausverkauft. Dabei waren Milo und Tina Kleintiere, Hermeline.Kann man einen langweiligeren Namen für einen kanadischen Elch finden als Maple?Bei der XXXL-WM mussten es natürlich Großtiere sein, aber an ihren Maskottchen könnte die Fifa erkennen, dass schieres Überformat dann doch nicht das einzige Argument ist. Maple der Elch: jaja, groß. Aber bitte: Kann man einen langweiligeren Namen für einen kanadischen Elch finden als Maple? Ungefähr so, als hätte man Tip & Tap damals, bei der WM 1974 in Deutschland, Bier & Wurst genannt. Und Clutch, der Weißkopfseeadler: jaja, groß. Aber sieht so aus wie der offenbar mit ihm verwandte Sam, Weißkopfseeadler der Olympischen Spiele von 1984 in LA. „Clutch bringt, wie alle großen Mittelfeldspieler, die Menschen zusammen“, hat die Fifa ihm in seine Biografie geschrieben. Dass ein Amerikaner die Menschen zusammenbringt, auch wenn er gefiedert ist – das kann man nun angesichts der Lage im Großen und Ganzen nur mit sehr viel gutem Willen so stehen lassen. Es gilt, was die New York Times geschrieben hat. Maskottchen, die nichts Faszinierendes an sich haben, „werden wahrscheinlich in Vergessenheit geraten, sobald die Konfetti-Spuren nach dem Finale beseitigt sind.“Richtig auffällig geworden sind die Maskottchen nur zu Beginn der WM, da haben sich Drogenfahnder in Peru als Clutch und Maple verkleidet, um sich bei einer Razzia einem als „Pichichi“ bekannten Drogenhändler nähern zu können – ohne dabei als Spezialeinsatzkommando erkannt zu werden. Der gesuchte Mann war als Fußballfanatiker bekannt und hätte stutzig werden können, als Maple und Clutch mit schwerem Gerät das Tor zu seiner Behausung einrammten, aber da war es zu spät. Wenn die Konfetti-Spuren nach dem Finale beseitigt sind, werden die WM-Maskottchen wahrscheinlich bald vergessen sein. Pichichi aber wird sich noch länger an sie erinnern.
WM-Maskottchen Zayu, Maple und Clutch: Großtiere, die das Überformat dieses Turniers verkörpern
Die WM-Maskottchen haben kaum Spuren hinterlassen. Bloß einem peruanischen Drogenhändler wurden sie zum Verhängnis.







