Der VW-Konzern leidet weiter unter schwachen Verkaufszahlen, vor allem in China. Weltweit drückte das die Zahl der Auslieferungen in den Monaten April bis Juni auf nur noch 2,08 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken, fast 9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Der Rückgang fiel damit noch etwas stärker aus als im Quartal davor. Von Januar bis März stand ein Minus von 4 Prozent.Bei der Kernmarke Volkswagen gingen die Auslieferungen sogar um 14 Prozent nach unten auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Etwas besser lief es bei Audi mit einem Minus von 8,2 Prozent auf 367.000 Autos. Porsche hatte bereits einen Rückgang um 16 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr gemeldet. Im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 18 Prozent auf noch 61.300 Sport- und Geländewagen. Škoda meldete dagegen fast 5 Prozent Plus auf knapp 284.000 Autos. Schwaches China-Geschäft belastet In China, wo Volkswagen mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kämpfen hat, brachen die Verkäufe um mehr als ein Drittel (36,6 Prozent) ein – auf nur noch 424.300 Fahrzeuge. Die Situation dort bleibe herausfordernd, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. Der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung habe sich VW nicht entziehen können – trotz erster positiver Impulse unserer dort neu eingeführten, lokal entwickelten Elektrofahrzeuge.“Besser lief es dagegen in Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von Präsident Donald Trump leiden: 242.000 Autos wurden dort ausgeliefert, fast 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Minus im ersten Quartal konnte damit aber noch nicht ausgeglichen werden.Zulegen konnte der Konzern in Europa: In Westeuropa wurden gut 900.000 Fahrzeuge ausgeliefert, knapp 2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den E-Autos lag das Plus europaweit sogar bei knapp 6 Prozent auf gut 200.000 Fahrzeuge. Nachfrage nach E-Autos steigt Positiv entwickelte sich den Angaben zufolge auch der Auftragseingang für die E-Autos. Für die neuen Elektro-Einstiegsmodelle von VW, Škoda und Cupra wie den ID. Polo lägen bereits mehr als 54.000 Bestellungen vor, sagte Schubert. „Das liegt deutlich über unseren Erwartungen.“ Der Auftragsbestand vollelektrischer Fahrzeuge in Europa habe sich gegenüber Ende vergangenen Jahres insgesamt um mehr als 50 Prozent erhöht. Fast ein Drittel des Auftragsbestandes in Europa entfalle inzwischen auf reine Batterieautos. Blume stellt „Zukunftsplan“ vor Volkswagen-Chef Oliver Blume hat derweil dem Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers seinen „Zukunftsplan“ vorgestellt, mit dem er den Konzern aus der Krise führen will.„Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen“, erklärte Blume am Donnerstagabend nach der Sitzung. Konkrete Schritte, wie das erreicht werden soll, nannte das Unternehmen nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat gesprochen werden.Werksschließungen und Stellenstreichungen dürften aber Teil davon sein: Volkswagen richte sich darauf ein, künftig im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen – vor der Corona-Pandemie waren es noch zwölf Millionen, in den vergangenen zwei Jahren sei die Kapazität bereits um zwei Millionen reduziert worden.Nach Medienberichten stehen vier Werke in Deutschland und mindestens 50.000 weitere Stellen zur Disposition. „Trotz der erzielten Fortschritte reichen im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld die bislang geplanten Kostensenkungen aus den vereinbarten Programmen nicht aus“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz.Es gehe um strukturelle Maßnahmen: „Dazu gehört, die Kostenstruktur unserer Fahrzeuge zu verbessern, ohne die Produktsubstanz zu beeinträchtigen, die Gemeinkosten deutlich abzusenken, die Effizienz unserer Werke zu steigern sowie Technologieentwicklung und Entscheidungsfindung zu beschleunigen.“Unter anderem soll dazu die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt soll sogar um drei Viertel gesenkt werden. „Diese Handlungsbedarfe werden in dem vorgelegten Zukunftsplan adressiert“, sagte Antlitz. „Dabei kommt es entscheidend auf die rasche und konsequente Umsetzung an.“ (dpa/AFP/Reuters)
Weltweit fast 9 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft: Absatz von VW im zweiten Quartal deutlich eingebrochen
Das China-Geschäft von VW läuft schlecht. Das können auch Zuwächse in Europa und Nordamerika nicht kompensieren. Derweil bereitet der Konzern ein umfassendes Sparprogramm vor.











