Sie flohen vor den Flammen, die sich rasend schnell ausbreiteten. Zwölf Menschen sind in Spanien bei einem der verlustreichsten Waldbrände in ihren Autos ums Leben gekommen, 19 wurden am Freitagvormittag noch vermisst. Der andalusische Innenminister Antonio Sanz sprach am Morgen von mindestens vier Briten unter den Todesopfern, einem Spanier und möglicherweise mehreren Belgiern.Bei den zwei separaten Vorfällen hatten sie laut dem Minister versucht, sich über eine andere als die von den Behörden ausgewiesene Evakuierungsroute in Sicherheit zu bringen. Der verheerende Waldbrand war in der Gegend von Los Gallardos im Hinterland des bei Touristen beliebten Bergortes Mojácar in der Provinz Almeria am Donnerstagabend ausgebrochen.„Alles deutet darauf hin, dass ein umgestürzter Strommast die Ursache war“, sagte der andalusische Regionalpräsident Juan Manuel Moreno am Freitag dem Sender Cope. Zahlreiche Anwohner hatten am späten Donnerstagnachmittag dem Notruf gemeldet, dass Funken eines herabgefallenen Hochspannungskabels am Straßenrand ein Feuer verursacht hätten.Mehr als 50 Personen mussten ärztlich behandelt werdenAngefacht vom Wind erfassten die Flammen explosionsartig ein nahegelegenes Waldgebiet. Die hohen Temperaturen einer Hitzewelle von bis zu 42 Grad, die Spanien seit Tagen heimsucht, trugen dazu bei, dass mehrere hundert Feuerwehrleute den Brand bis zum Freitag nicht löschen konnten.Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mehr als 50 Personen ärztlich behandelt. Eine Frau erlitt demnach schwere Verbrennungen. Etwa 600 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen und die Nacht in Notunterkünften verbringen. Das Feuer breitete sich bereits auf mehr als 3000 Hektar aus und ist wegen des schwer zugänglichen Geländes mit vielen Schluchten nur schwer zu bekämpfen.Etwa 200 Soldaten der Notfalleinheit UME der Armee waren im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen. Ein Abschnitt der nahegelegenen Autobahn 7 wurde gesperrt und ein Campingplatz wurde vorsorglich geräumt. Der andalusische Regionalpräsident sagte die Amtseinführung seiner neuen Regierung ab. Das spanische Königspaar sprach den Familien der Opfer und allen Betroffenen sein Beileid aus.Einer der verlustreichsten Brände in der jüngsten Geschichte SpaniensEs war der verlustreichste Brand Andalusiens und einer der schlimmsten in Spanien. 1979 kamen in Lloret de Mar 21 Menschen in einem Wohngebiet ums Leben, auf der Insel La Gomera 1984 waren es 20 Personen und 2005 in Guadalajara elf Feuerwehrleute.In Spanien wüteten in diesem Jahr schon mehr als ein Dutzend großflächige Waldbrände, die mehr als 50.000 Hektar zerstörten. Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem brannten im vergangenen Jahr in Spanien 393.000 Hektar ab. Am Freitag wurden auch aus dem Nachbarland Portugal zahlreiche Feuer gemeldet.