Eltern und Wärmepumpen haben überraschend viel gemeinsam, wenn man mal darüber nachdenkt. Egal, wie frostig es in der Welt da draußen zugeht, beide sorgen – wenn sie funktionieren – mit Liebe oder Energie dafür, dass es zu Hause behaglich bleibt. Wie die Wärmepumpe, dieses Heizwunder, nur für 25 Prozent seiner Antriebsenergie Strom benötigt, brauchen auch Eltern, diese Wunderwesen, nur 25 Prozent Schlaf, um 100 Prozent abzuliefern. Und nun sind beide auch noch ins Visier unserer nagelsmannhaften Regierung geraten. Das ZDF meldete diese Woche: „Sparen bei Eltern und Wärmepumpen“.Die Höchstfördersumme für den Heizungstausch soll sinken. Und CDU-Familienministerin Prien plant gleichzeitig, das Elterngeld zwar minimal zu erhöhen, aber kürzer auszuzahlen. Für maximal zwölf statt 14 Monate, und davon sollen Väter in Zukunft mindestens drei statt wie bisher zwei übernehmen. An sich eine gute Sache: Väter mehr einbinden. Aber hier geht es doch ein bisschen zu offensichtlich um Sparzwänge und nicht um Gleichstellungspolitik. Deswegen ist die Kritik groß, vom Koalitionspartner SPD bis zu Familienverbänden. Die Sorge: Im Zweifel nehmen Mütter nur noch neun Monate bezahlte Elternzeit, müssen dann aber unbezahlt die entstehenden Betreuungslücken schließen und haben noch mehr finanzielle Nachteile. Familienpolitik, die Familien das Leben schwerer macht.Aber bevor es hier zu hitzig wird: Jetzt kühlen sich ja erst mal alle ab in der Sommerpause. Bei uns in Berlin haben sogar schon die Sommerferien begonnen. Es gibt ja zwei entscheidende Stufen der Elternwerdung: den ersten Urlaub mit Kind. Und den ersten Urlaub mit Schulkind.Wenn ich Eltern, die neu im Kinderbusiness sind, frage, wie ihr Urlaub so war, bekomme ich als Antwort meist ein „Joa! Du kennst das ja!“ oder „Nach dem Urlaub bin ich urlaubsreif!“. Was sie meinen: Das ist doch gar kein Urlaub mehr! Genauso früh aufstehen wie im Alltag. Ständig dem Nachwuchs hinterherflitzen. Nicht mehr den ganzen Tag einfach leicht einen sitzen haben am Strand.Die Klage ist dann eine neue: Das kann man sich ja gar nicht mehr leisten!Ein paar Jahre später sind diese Eltern dann zwar an den Urlaub mit Kindern gewöhnt und haben keine großen Ansprüche mehr – aber plötzlich sind sie an die Schulferien gebunden. Dann ist die Klage eine neue: Das kann man sich ja gar nicht mehr leisten! Und egal, wohin du reist, alles ist überfüllt!Wir haben mit unseren drei Kindern in wechselnden Kombinationen alles möglich probiert: Camping, Resorts, Städte, abgelegene Hütten, nahe, ferne, billige und zu teure Reisen. Manche haben allen uneingeschränkt gefallen. Andere hatten Höhen und Tiefen. Mittlerweile glaube ich: Das einzige Geheimnis, das hinter einem gelungenen Familienurlaub steckt, ist Zeit. Also genug Zeit, die man für all die Bedürfnisse einplant. Aber vor allem die Zeit, die man einfach nur gemeinsam nichts macht, außer endlich mal Zeit miteinander zu verbringen.Die neuen Elterngeld-Pläne erhöhen den Zeitdruck auf Familien massiv. Klar, dass gespart werden muss. Aber zur Rettung unseres Sozialstaats braucht es zum Beispiel auch dringend mehr Kinder. Und die Anreize, welche zu bekommen, werden kleiner. Dabei geht es wie auch bei der Wärmepumpe um viel mehr als heiße Luft.In dieser Kolumne schreiben Patrick Bauer und Friederike Zoe Grasshoff im Wechsel über ihren Alltag als Eltern. Alle bisher erschienenen Folgen finden Sie hier.