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Heizungsgesetz: Werden Wärmepumpen trotz gekürzter Förderung künftig günstiger? Die Bundesregierung plant, die Zuschüsse für den Heizungstausch zu kürzen. Hauseigentümer sollten jedoch Schnellschüsse vermeiden.
Martin Gerth 08.07.2026 - 19:30 Uhr Der Bund plant, die Förderung von Wärmepumpen zu kürzen. Foto: IMAGO/Presse-Photo Horst SchnaseDie Bundesregierung will mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz die Förderung des Heizungstausches kürzen. Statt 30.000 Euro sollen künftig anfangs nur noch maximal 28.000 Euro der Heizungskosten förderfähig sein. Danach sinkt der Betrag alle sechs Monate um 750 Euro. Noch ist das Gesetz nicht im Bundestag verabschiedet. Derzeit ist unklar, ob dies noch vor der Sommerpause passieren wird.Nach dem derzeit geltenden Gebäudeenergiegesetz gibt es von der Förderbank KfW bis zu 70 Prozent von 30.000 Euro Kosten einer neuen Heizung als Zuschuss. Das sind dann maximal 21.000 Euro. Die 70 Prozent setzen sich aus drei Komponenten zusammen: einer Grundförderung von 30 Prozent, einem einkommensabhängigen Bonus von 30 Prozent und einem Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent. Auch wenn die Bedingungen für alle drei Boni erfüllt sind – mehr als 70 Prozent gibt es nicht.Den Höchstbetrag von 21.000 Euro dürften Hauseigentümer künftig nicht mehr erreichen. Denn auch bei den Förderquoten will die schwarz-rote Koalition kürzen. So soll unter anderem der Klimageschwindigkeitsbonus von bisher 20 Prozent schrittweise alle sechs Monate um vier Prozentpunkte abgeschmolzen werden. Diesen Bonus gibt es für den Austausch von Öl- oder Gasheizungen, die mindestens 20 Jahre alt sind.Gesetzentwurf Heizungsgesetz kann im Bundestag beschlossen werden – Zeitpunkt noch offen Der Bundestag steht kurz vor dem Beschluss des neuen Heizungsgesetzes. Ab 2045 sollen keine Heizungen mit fossilem Brennstoff mehr betrieben werden. Werden Wärmepumpen günstiger?Das Kürzungspaket soll die Ausgaben des Bundes um rund zwei Milliarden Euro mindern. Derzeit fließen die KfW-Mittel vor allem in die Förderung von Wärmepumpen. Im vergangenen Jahr lag deren Anteil bei 87 Prozent. Mehrere Studien gehen davon aus, dass die bisher gezahlten staatlichen Zuschüsse Wärmepumpen in Deutschland gegenüber dem europäischen Ausland verteuert haben.So kam die RWTH Aachen im vergangenen Jahr in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass Wärmepumpen in Deutschland doppelt so teuer seien wie in Großbritannien. Neben zusätzlichen technischen Anforderungen und höheren Installationskosten sei dafür die üppige staatliche Förderung für die Mehrkosten verantwortlich. Allerdings weist die Studie auch darauf hin, dass Wärmepumpen in Großbritannien von der Mehrwertsteuer befreit sind – anders in Deutschland.Kritiker der deutschen Förderung vermuten, dass die Hersteller die Zuschüsse bisher in ihre Preiskalkulation einbezogen haben. Senkt die Bundesregierung ihre Zuschüsse, müssten die Anbieter von Wärmepumpen ihre Gewinnmargen senken, damit ihre Produkte wettbewerbsfähig blieben. Soweit die Theorie.Nun steht die Frage im Raum, ob die niedrigere Förderung tatsächlich dazu führen wird, dass die Hersteller von Wärmepumpen ihre Produkte zu niedrigeren Preisen anbieten. Der britische Energieversorger Octopus Energy ist davon überzeugt. Die Kürzung entlaste den Bundeshaushalt und bringe den Markt dazu, Wärmepumpen künftig günstiger anzubieten. Octopus hatte die Studie der RWTH Aachen aus dem Jahr 2025 in Auftrag gegeben.Schwankende Rohstoffkosten machen Prognosen schwierigHersteller wie Stiebel Eltron sehen das anders. „Ein Sinken der Preise von Wärmepumpen, die ohnehin nur einen geringen Anteil der Gesamtkosten für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien ausmachen, ist nicht zu erwarten“, sagt Kai Schiefelbein, Vorsitzender der Geschäftsführung. Stiebel Eltron spielt damit unter anderem auf die Installationskosten an.Das Installationsunternehmen Thermondo gibt keine Preisprognose ab. Es sieht Installateure, Hersteller und die Politik in der Pflicht, dass sich klimafreundliches Heizen auch mit weniger Förderung bezahlbar rechnet. „Die Regierung hat dabei die größten Hebel in der Hand und kann sie am schnellsten betätigen“, sagt Felix Plog, Thermondo-Chef. Sie solle unter anderem die Stromsteuer senken.Heizungsgesetz Deutsche erwarten, dass Heizungstausch schwieriger wird Die Mehrheit der Deutschen erwartet, dass das neue Heizungsgesetz weniger Planungssicherheit bietet. Dies ergab eine Forsa-Umfrage. von Martin GerthBisher gibt es keine klaren Signale aus der Heizungsbranche. Es ist daher schwer abzusehen, wie sich der Preis für Wärmepumpen mit der neuen Förderung entwickeln wird. Zudem gibt es weitere Faktoren, die unabhängig von der Höhe der Zuschüsse sind. Dazu gehören etwa die Preise für Stahl oder Kupfer als Bestandteil von Wärmepumpen. Ebenso wichtig für den Gesamtpreis ist die Entwicklung der Lohnkosten bei Handwerkern.Letztlich hängt der Preis für Wärmepumpen auch von der Nachfrage ab. Und die wird auch davon beeinflusst, wie einsatzfähig die Alternativen zur Wärmepumpe wie etwa Gasheizungen sind. Derzeit ist noch unklar, ob die Energieversorger den vom Gebäudemodernisierungsgesetz geforderten Biogasanteil bei neuen Gasheizungen auch in der benötigten Menge liefern können.Alte Förderung bei KfW-ZusageBisher gilt der Grundsatz, dass Hauseigentümer, die bereits eine Förderzusage von der KfW erhalten haben, auch Anspruch auf die alte Förderung haben. In solchen Fällen gilt immer die Gesetzeslage des Tages, an dem Hauseigentümer ihren Förderantrag bei der KfW gestellt haben.Unklar ist allerdings, wie schnell die Bundesregierung das Förderregime für den Heizungstausch auf die neue Gesetzeslage umstellen wird. Derzeit kursieren in der Heizungsbranche Hinweise, die KfW werde in Kürze keine Anträge mehr zu den alten Förderkonditionen zulassen. „Die Wärmepumpenförderung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umzustellen, ist ein fatales Signal für die Verbraucher“, sagt Bastian Gierull, Geschäftsführer von Octopus Energy Germany. Die Bürger würden von der Politik überrumpelt. So schaffe man kein Vertrauen in die Wärmewende.Hauseigentümer sollten sich wegen der Aussicht auf eine niedrigere Förderung nicht zu Schnellschüssen hinreißen lassen. Entscheidend ist, dass sie für ihre Immobilie die Heizungsanlage erhalten, die am wirtschaftlichsten arbeitet. Das erfordert gründliche Beratung und Planung. Auf eine Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren umgerechnet sparen Hauseigentümer mit der richtigen Heizung in der Regel mehr Geld, als sie durch eine niedrigere Förderung verlieren. 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