Stavenhagen in der Mecklenburgischen Seenplatte nutzt in Zukunft Energie aus Klärschlamm. Nach mehrjähriger Planung haben das Unternehmen Energy from Waste (EEW), die Stadt sowie die Wärmeversorgung Stavenhagen (WVS) am Donnerstag die neue Fernwärmeauskopplung offiziell in Betrieb genommen. Erstmals wird durch die Verbrennung von Klärschlamm erzeugte Wärme in das Fernwärmenetz der Reuterstadt eingespeist. Damit sollen Haushalte und öffentliche Gebäude künftig klimafreundlicher versorgt und gleichzeitig fossile Energieträger ersetzt werden.

Der Klärschlamm stammt aus kommunalen Kläranlagen und besteht überwiegend aus organischen, also biogenen Bestandteilen. Bisher blieb ein Großteil der dabei entstehenden Wärme ungenutzt. Nun wird sie über Wärmetauscher in das städtische Fernwärmenetz eingespeist.

Klärschlamm aus Großanlagen darf nicht mehr auf Äcker

Der Klärschlamm wird nicht nur energetisch verwertet. Künftig soll aus der entstehenden Asche auch Phosphor recycelt werden. Phosphor wird in der Düngemittelindustrie verwendet und ist wichtig für die Lebensmittelproduktion. 2014 wurde es als kritischer Rohstoff eingestuft. Ab dem 1. Januar 2029 ist die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm aus Kläranlagen mit mehr als 100.000 sogenannten Einwohnerwerten gesetzlich verpflichtend. Später soll dies auch für kleinere Anlagen gelten.