PfadnavigationHomeRegionalesSachsenUnruhe bei VW in Sachsen – IG Metall zeigt KanteStand: 16:49 UhrLesedauer: 2 MinutenDie IG-Metall will eine Schließung des Zwickauer VW-Werkes nicht kampflos hinnehmen.Quelle: Jan Woitas/dpa«Die Stimmung ist aufgeheizt»: Nach Spekulationen um das VW-Werk Zwickau wächst das Misstrauen – die Landespolitik stärkt den Beschäftigten den Rücken.Die IG Metall will eine Schließung des VW-Werks in Zwickau nicht kampflos hinnehmen. Der für Berlin, Brandenburg und Sachsen zuständige Bezirksleiter Jan Otto sprach am Rande einer Kundgebung an der Gläsernen Manufaktur in Dresden von einem «Generalangriff» auf Volkswagen Sachsen. «Es herrscht großes Misstrauen gegenüber dem Vorstand nach allem, was auch durchgesteckt wurde in den letzten Tagen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die Stimmung ist aufgeheizt, aufgeladen, und das ist völlig unnötig gerade. Aber das ist das Ergebnis einer verfehlten Informationspolitik des Konzerns.»Im Fall von Zwickau geht es um eine ganze RegionOtto hofft, dass das, was kolportiert wurde, nicht auf den Tisch kommt. Im Fall von Zwickau gehe es um eine gesamte Region. Das hiesige VW-Werk habe mit den ganzen Zulieferern eine riesengroße Bedeutung. «Das können wir nicht zur Disposition stellen. Wir haben schon erhebliche Einschnitte hinnehmen müssen.» Was zuletzt in den Medien zu lesen war, habe nicht dazu geführt, dass sich die Beschäftigten sicher fühlen. «Das werden wir im Übrigen auch nicht hinnehmen.»IG Metall fordert von Konzernspitze GesamtkonzeptDer IG-Metall-Bevollmächtige verwies auf Rückhalt aus der sächsischen Landespolitik - von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und SPD-Wirtschaftsminister Dirk Panter. VW-Politik werde nicht nur in Niedersachsen gemacht. «Auch wir sind ein Teil davon. Unsere Standorte brauchen auch eine Zukunft. Das wird nicht reichen, sondern das braucht jetzt ein Gesamtkonzept. Übrigens ist es nicht die Aufgabe der IG Metall, das vorzulegen, aber wir sind bereit, daran mitzuarbeiten.»«Dieses Werk ist voll umgestellt worden auf E-Mobilität. Es ist auch kein gutes Zeichen, so ein Werk dann zu schließen. Deswegen kann ich dem Konzern auch nur raten, hier mit verantwortungsvollem Augenmaß vorzugehen», betonte Otto. Die Diskussionen müssten jetzt einfach aufhören - bundesweit. Wenn man das klug mache, könne es eine Gesamtstrategie geben. «Wir haben gute Leute, wir haben vor allem tolle Ingenieure und wir sind bereit, uns Dinge mit auszudenken.» Man dürfe die Verantwortung aber nicht auf die Beschäftigten abschieben. Dafür gebe es Manager, die viel besser bezahlt würden.Verbleib im VW-Konzern wäre der IG Metall am liebstenOtto ging abschließend auch auf Vorstellungen ein, das Zwickauer Werk an chinesische Produzenten zu veräußern. Wie tragbar solche Ideen seien, könne er noch nicht einschätzen. «Ich kann nur sagen, uns ist am liebsten der Verbleib im Volkswagen-Konzern. Daran gibt es keinen Zweifel.» Dennoch werde er anderen nicht verbieten, solche Ideen auf den Tisch zu packen.dpa-infocom GmbH