„Ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns!“: IG-Metall-Chefin Christiane Benner über die Proteste der VW-Mitarbeiter

Hitziger Schlagabtausch bei Volkswagen in Wolfsburg: Der Aufsichtsrat berät heute über neue Sparpläne des Konzernvorstands, IG Metall und Betriebsrat halten mit einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten dagegen. In Wolfsburg ist unmittelbar vor Beginn der Aufsichtsratssitzung eine Kundgebung geplant – direkt vor dem Vorstandshochhaus, in dem sich das Gremium dann trifft. Weitere Aktionen solle es an allen anderen Konzernstandorten in Deutschland geben, einschließlich der Töchter wie Audi, Porsche und MAN. In Stuttgart ist ein Autokorso geplant.

Konzernchef Oliver Blume (58) will den Sparkurs deutlich verschärfen. Nach Recherchen des manager magazins könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen , doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Laut SPIEGEL-Recherchen könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen. Ab 2031 zunächst in Zwickau und Emden, 2032 bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover und 2034 bei Audi in Neckarsulm.

VW bestätigte bisher nur, dass der Konzernvorstand „intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens“ arbeite, nannte aber keine Details. Ziel sei eine „umfassende Transformation“. Nach Befassung des Aufsichtsrats solle dies in die Umsetzung gebracht werden. Bei den „Belief Audits“, einer Umfrage unter den Konzernmächtigen, sah eine deutliche Mehrheit der Aufsichtsräte Volkswagen als „existenzgefährdet“ .