Ich war ein Piusbruder – also einer von denen, die heute mit der römisch-katholischen Kirche im Schisma leben; genauer gesagt: Ich war nur ein Piusbrüderchen. Es ist lange, sehr lange her. Und das war so: Als 1962 das Zweite Vatikanische Konzil in Rom begann, das große Reformkonzil der Katholischen Kirche, da war ich ein kleiner Messdiener, gut aufgehoben in meiner oberpfälzischen Landpfarrei und in den vielen Gebräuchen und Ritualen, die dort zu Hause waren. Ich verstand zwar die lateinischen Gebete nicht, die ich während der Liturgie, abwechselnd mit dem Priester, zu murmeln hatte; ich hatte diese aber in monatelanger Anstrengung auswendig gelernt – denn ohne das konnte man nicht Ministrant werden.