Nun also doch: Deutschland erhält von den USA Marschflugkörper des Typs Tomahawk. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stimmte Washington dem Verkauf und der Stationierung in Deutschland zu. »Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung. Und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren«, sagte Merz bei einer Regierungserklärung im Bundestag.

Noch beim Nato-Gipfel 2024 hatten die USA unter Präsident Joe Biden in Aussicht gestellt, ab 2026 Tomahawk sowie Raketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen in Deutschland zu stationieren – samt amerikanischen Truppen. Unter US-Präsident Donald Trump gab es zunächst eine Absage an das Vorhaben. Der Kauf von Tomahawk ist nun eine Alternative dazu.Mit der Anschaffung der Tomahawks reagiert Deutschland auf die Bedrohung aus Russland. »Russland hat nuklearfähige Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad stationiert. Darüber hinaus verlegt Moskau seit 2022 russische Kampfjets mit Luft-Boden-Hyperschall-Raketen vom Typ Kinschal dorthin. Zudem hat Russland angekündigt, Nuklearwaffen in Belarus zu stationieren«, hieß es aus dem deutschen Verteidigungsministerium im Jahr 2024. Und: »Da Russland damit Westeuropa massiv bedroht – die Flugkörper haben Reichweiten von bis zu 2000 Kilometern – muss die Nato etwas dagegen unternehmen.« Tomahawk verfügt über eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern.