Es ist ein Ort, an dem die DDR ihre Kritiker brach. Im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner am Mittwoch deutliche Worte gefunden – gegen alle, die Deutschland heute in die Nähe einer Diktatur rücken.„Wenn heute davon gesprochen wird, es gäbe keine Meinungsfreiheit, Deutschland sei einer Diktatur nah, und solche Sachen, die man im Internet findet, das ist absurd, wenn man sich auch anschaut, was man in der DDR erlebt hat“, sagte die CDU-Politikerin nach einem Rundgang durch die Gedenkstätte in Lichtenberg.Der Besuch des Bundestagspräsidiums fiel bewusst in die Wochen vor dem 65. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August. Wer in der DDR Kritik äußerte, bekam die volle Härte des Regimes zu spüren, erinnerte Klöckner.
Mehr als 11.000 Häftlinge – erst Gewalt, dann psychische Qualen
In Hohenschönhausen waren mehr als 11.000 Menschen inhaftiert. In den Anfangsjahren setzte die Staatssicherheit auf körperliche Gewalt, später auf ausgeklügelte psychische Zermürbung.Klöckner dankte den Zeitzeugen, die in der Gedenkstätte von ihrer Haft berichten. „Deutschland darf nie wieder ein Ort von staatlicher Willkür und Gewaltherrschaft werden“, betonte sie.Bei dem Termin übergab die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke ihren neuen Jahresbericht an das Präsidium. Ihr Befund: Der Schatten der Diktatur ist lang. „Viele Menschen leiden bis heute an gesundheitlichen Folgen von Haft und Repression, körperlich wie seelisch.“








