Der Täter hatte dem Schaffner Anfang Februar bei einer Ticketkontrolle nahe Landstuhl mit den Fäusten so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass dieser zwei Tage später an einer Hirnblutung im Krankenhaus starb.Der Fall hat deutschlandweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen ausgelöst. Die Tat im Regionalexpress ist gut belegt – auch weil das Geschehen von Überwachungskameras komplett aufgezeichnet wurde. Der angeklagte Grieche mit Wohnsitz in Luxemburg hatte demnach keinen Fahrschein und wollte sich nicht ausweisen. Nach der Aufforderung des Zugbegleiters, auszusteigen, kam es zu der Tat: Der Angeklagte rastete aus und schlug mit voller Wucht mehrfach zu, bis das Opfer Serkan Çalar, 36, bewusstlos wurde.
Die Plädoyers»Der äußere Geschehensablauf ist zweifelsfrei dokumentiert«, sagte Staatsanwalt Christian Horras in seinem Plädoyer. Er forderte zwölf Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Einen Tötungsvorsatz sah er nicht – sonst wäre es womöglich Totschlag oder Mord gewesen.Die Verteidigung sah einen minder schweren Fall der Körperverletzung mit Todesfolge und forderte ein Urteil »im Bereich des unteren Strafrahmens«. Die Anwälte der Opferfamilie bewerteten die Tat dagegen als Mord aus niedrigen Beweggründen und plädierten auf eine lebenslange Freiheitsstrafe. Sie kündigten bereits vor dem Urteil an, Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen. Familienangehörige und Freunde blieben der Verkündung fern.












