Der Mann hatte den Schaffner Anfang Februar nach einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalzug bei Landstuhl so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass dieser später starb.09.07.2026, 10.24 Uhr2 LeseminutenErdal Çalar (li,), der Vater des getöteten Zugbegleiters, und sein Sohn Ismail erinnern zu Beginn des Prozesses an Serkan Çalar, ihren Sohn und Bruder.Anne Ackermann / ReutersFünf Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der Täter am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Zweibrücken sprach den 26-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Angeklagte konnte Anfang Februar bei einer Fahrscheinkontrolle nahe der Stadt Landstuhl keinen Fahrschein vorzeigen und wollte sich auch nicht ausweisen. Daraufhin forderte der Schaffner den 26-Jährigen auf, den Regionalexpress zu verlassen.Der Angeklagte schlug daraufhin mit voller Wucht mehrfach auf den Zugbegleiter ein, bis dieser bewusstlos wurde. Zwei Tage später starb der 36-Jährige an einer Hirnblutung. Er war der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Die komplette Tat wurde von Kameras im Zug aufgezeichnet.Gewalt gegen Bahnmitarbeiter findet täglich stattDer Fall löste eine deutschlandweite Debatte über die Sicherheit im Bahnverkehr aus. Wie alltäglich Gewalt gegen Bahnmitarbeiter geworden ist, hat jüngst eine Anfrage des Linkspartei-Abgeordneten Dietmar Bartsch beim Bundesinnenministerium zutage gefördert. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden 1630 Beschäftigte der Bahn und 4672 Beamte der Bundespolizei Opfer von Straftaten. Gehe es so weiter, steuere man dieses Jahr auf einen neuen Negativrekord zu, sagte Bartsch.Im Falle der Bahnmitarbeiter erfasste die polizeiliche Eingangsstatistik zwischen Januar und Mai 662 Fälle von Körperverletzung, 175 Fälle gefährlicher Körperverletzung und 661 Bedrohungen.«Ein völlig sinnfreier Ausraster»Der Mann, der in Rheinland-Pfalz den Zugbegleiter tötete, hat die griechische Staatsbürgerschaft und wohnte zum Tatzeitpunkt in Luxemburg. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt und zwölf Jahre Haft gefordert. Die Tat sei «ein völlig sinnfreier Ausraster» aus einem nichtigen Grund gewesen, sagte der Staatsanwalt Christian Horras in seinem Plädoyer.Die Anwälte der Opferfamilie bewerten die Tat dagegen als Mord und plädierten auf eine lebenslange Haftstrafe. Die Angehörigen baten ausserdem darum, den vollen Namen des Zugbegleiters zu nennen: Serkan Çalar. «Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der für seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig», teilten die Anwälte der Familie mit.Die Verteidigung sah in dem Vorfall dagegen eine Körperverletzung mit Todesfolge im minder schweren Fall und hatte ein Urteil «im Bereich des unteren Strafrahmens» gefordert.Mit Material der Deutschen Presse-AgenturPassend zum Artikel