In diesen Porträts stecken nicht nur Geduld und Beobachtungsgabe: Hier richtete einer die Kamera auf Musikerinnen und Musiker, auf Gesichter, Münder, Lippen und Hände, der selber Musik macht. Andreas Kämper, Berliner Fotokünstler, über Jahre Bildreporter für Publikationen des Berliner Verlags, ist längst selbst Musiker, ein leidenschaftlicher Saxofonist bei Staff und in der großen Berliner Bixband, die bisweilen im Schlot zu erleben ist.

Daher ist es etwas Besonderes, dass er gerade Jazz-Soul-Größen, lebende, wie dahingegangene und jene einzigartigen Momente ihrer Töne, Rhythmen, Mienen eingefangen hat und ihnen mit dem eigenen Kennen und Wissen um jene Augenblicke so nahe kam: Etwa Stars mit Ostbiografie wie Uschi Brüning und Manfred Krug (gestorben 2016) in ihren prallvollen, unvergessenen Konzerten, der alten DDR-Jazz-Legenden Baby Sommer am Schlagzeug und Conny Bauer mit der Posaune. Kämper hielt den Pianisten Herbie Hancock bei einer Berliner Jazz-Session fest, sodass man fast meint, die expressiven Kreuzrhythmen des Afroamerikaners aus L.A. furchten dessen Gesicht. Und er erfasste Jay McNeely, der fast hinter seinem vom Bühnenlicht wie einen Diamanten angestrahlten Saxofon verschwindet.