Zimperlich geht er nicht gerade um mit seinen Protagonisten. Ungefragt, ungefiltert, ungeniert fotografiert Bruce Gilden aus kurzer Distanz und oft mit starkem Blitzlicht Menschen, die er auf der Straße entdeckt. Doch sein Interesse gilt weder den Berühmten und Reichen noch den Schönen und Gestylten dieser Welt. Der US-Amerikaner ist fasziniert von Menschen am Rande der Gesellschaft: von Außenseitern, Abgehängten, Süchtigen, Obdachlosen, Prostituierten, Klein- und Großkriminellen, denen ihr Schicksal anzusehen ist. Er selbst sagt: „Im Grunde fotografiere ich da draußen mich selbst – nicht im körperlichen, sondern im geistigen Sinn. So sieht mein Blick auf die Welt aus.“