PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA attackieren erneut 90 Ziele im Iran – Kuwait und Bahrain geraten unter BeschussStand: 05:36 UhrLesedauer: 5 MinutenUS-Präsident Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran offen infrage gestellt und Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen geäußert. „Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum», sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels.Während der neuen US-Angriffe heulen auch in Kuwait und Bahrain die Sirenen. US-Präsident Trump spricht von einer Vergeltungsmaßnahme und behauptet, Teheran sei weiterhin an einem Abkommen interessiert. Irans Chefunterhändler kontert: „Wer angreift, wird selbst angegriffen.“US-Streitkräfte haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden iranische Ziele angegriffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, „die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“, erklärte das zuständige US-Kommando Centcom am Mittwoch im Onlinedienst X. Präsident Donald Trump hatte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause am Rande des Nato-Gipfels für beendet erklärt und die neuen Angriffe angeordnet.„Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen“, hatte Trump am Mittwoch in Ankara gesagt. „Sie verletzen das Abkommen jeden Tag“, betonte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges gegen den Iran. „Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet“, sagte der US-Präsident. Örtliche Medien im Iran meldeten Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste des Landes. Unter anderem gab es mehrere Detonationen im Bereich der Großstadt Bandar Abbas, der Hafenstadt Buschehr, wo sich die gleichnamige Atomanlage befindet, und auf der Insel Abu Musa im Persischen Golf. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna in der Nacht meldete, wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranschahr von Geschossen beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es. Medienberichten zufolge wurde auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten des Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib auf der Plattform X. Nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV ist es der erste Angriff in der Region seit Beginn der Waffenruhe im April. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, dass im Zuge der erneuten Angriffswelle des US-Militärs zwei Eisenbahnbrücken im Iran bombardiert worden seien.Kuwait und Bahrain geraten erneut unter BeschussAuch der Golfstaat Kuwait ist laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss geraten. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Möglicherweise zu hörende Explosionen seien „Folge der Abwehr feindlicher Angriffe durch Luftverteidigungssysteme“. Lesen Sie auchAuch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit.Bahrain und Kuwait waren wie auch andere Golfstaaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie beherbergen US-Militärbasen, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen. Kurz nach Beginn der erneuten Angriffe postete Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social ein Foto, das offenbar einen amerikanischen Angriff auf die Stadt Chabahar zeigt. „Dies ist eine Vergeltungsmaßnahme für die gestrigen iranischen Schiffsangriffe“, schrieb Trump und drohte in Richtung Teheran: „Sollte es erneut passieren, wird es noch viel schlimmer werden!“ Anschließend veröffentlichte der US-Präsident mehrere Videos, die ebenfalls US-Angriffe auf den Iran zeigen sollen.Am frühen Morgen gab das US-Militär bekannt, seine jüngste Runde von Luftangriffen nach Treffern von rund 90 Zielen beendet zu haben. „Die US-Streitkräfte bleiben wachsam, schlagkräftig und bereit, auf Anweisung des Oberbefehlshabers Einsätze auszuführen“, hieß es weiter.Trump: Iran will weiterhin „unbedingt“ ein AbkommenAuf dem Rückflug nach Washington sagte Trump Reportern: „Sie haben angegriffen, und wir haben viel härter zurückgeschlagen.“ Auf die Frage, ob es zu einer umfassenden Militäroffensive kommen würde, antwortete Trump: „Ich weiß es nicht“, aber der Sieg würde „sehr schnell“ errungen werden.Der Iran will nach Darstellung von Trump trotz der erneuten Angriffe weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, behauptete er. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden.Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“Iran bestätigt Angriffe auf Bahrain und Kuhwait und droht USADie iranischen Revolutionsgarden bestätigten unterdessen, US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait attackiert zu haben. Dabei seien „wichtige Infrastruktur und Einrichtungen“ der US-Armee mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen worden, hieß es am Donnerstag in einer vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung. Darin warnten die Revolutionsgarden zugleich, dass sie bei weiteren US-Attacken ihre Angriffe auf andere Stützpunkte in der Region ausweiten würden.Auch der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf drohte Washington: „Die Vereinigten Staaten haben immer noch nicht begriffen, dass Einschüchterung und Wortbruch nicht mehr ohne Folgen bleiben“, schrieb er im Onlinedienst X. „Lassen Sie mich eines klarstellen: Wer angreift, wird selbst angegriffen.“ Zugleich betonte Ghalibaf, dass die Straße von Hormus nur unter „iranischen Bedingungen“ geöffnet werde.Trump erklärte Waffenruhe mit Iran als „Zeitverschwendung“Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: „Was mich betrifft, ist sie vorbei“. Es sei „reine Zeitverschwendung“, sich mit der Führung in Teheran „abzugeben“. Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. „Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht“, sagte Trump.Lesen Sie auchAuslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA griffen daraufhin in der Nacht zum Mittwoch nach Militärangaben mehr als 80 iranische Ziele rund um die Straße von Hormus an. „Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, hatte das US-Regionalkommando Centcom erklärt.Bereits am Dienstag hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt, deren Aussetzung der Islamischen Republik zunächst bis zum 21. August den Verkauf ihres Rohöls erleichtern sollte. Aus Kreisen der US-Regierung verlautete, der Iran müsse für sein inakzeptables Vorgehen in der Straße von Hormus Konsequenzen tragen.AP/Bloomberg/dpa/nw/saha
Krieg in Nahost: USA attackieren erneut 90 Ziele im Iran – Kuwait und Bahrain geraten unter Beschuss - WELT
Während der neuen US-Angriffe heulen auch in Kuwait und Bahrain die Sirenen. US-Präsident Trump spricht von einer Vergeltungsmaßnahme und behauptet, Teheran sei weiterhin an einem Abkommen interessiert. Irans Chefunterhändler kontert: „Wer angreift, wird selbst angegriffen.“













