PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA attackieren erneut Ziele im Iran – Kuwait und Bahrain geraten unter BeschussStand: 03:10 UhrLesedauer: 4 MinutenUS-Präsident Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran offen infrage gestellt und Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen geäußert. „Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum», sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels.Kurz nach Beginn der neuen US-Angriffe auf den Iran heulen auch in Kuwait und Bahrain die Sirenen. US-Präsident Trump spricht von einer Vergeltungsmaßnahme für die vorangegangenen iranischen Schiffsangriffe und behauptet, Teheran sei weiterhin an einem Abkommen interessiert.US-Streitkräfte haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden iranische Ziele angegriffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, „die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“, erklärte das zuständige US-Kommando Centcom am Mittwoch im Onlinedienst X. Präsident Donald Trump hatte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause am Rande des Nato-Gipfels für beendet erklärt und die neuen Angriffe angeordnet.„Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen“, hatte Trump am Mittwoch in Ankara gesagt. „Sie verletzen das Abkommen jeden Tag“, betonte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges gegen den Iran. „Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet“, sagte der US-Präsident. Örtliche Medien im Iran meldeten Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste des Landes. Unter anderem gab es mehrere Detonationen im Bereich der Großstadt Bandar Abbas, der Hafenstadt Buschehr und der Insel Abu Musa im Persischen Golf. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna in der Nacht meldete, wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranschahr von Geschossen beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es. Medienberichten zufolge wurde auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten des Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib auf der Plattform X. Nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV ist es der erste Angriff in der Region seit Beginn der Waffenruhe im April. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, dass im Zuge der erneuten Angriffswelle des US-Militärs zwei Eisenbahnbrücken im Iran bombardiert worden seien.Kuwait und Bahrain geraten erneut unter BeschussAuch der Golfstaat Kuwait ist laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss geraten. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Genauere Angaben gab es zunächst nicht. Auch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit.Lesen Sie auchBahrain und Kuwait waren wie auch andere Golfstaaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie beherbergen US-Militärbasen, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen. Kurz nach Beginn der erneuten Angriffe postete Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social ein Foto, das offenbar einen amerikanischen Angriff auf die Stadt Chabahar zeigt. „Dies ist eine Vergeltungsmaßnahme für die gestrigen iranischen Schiffsangriffe“, schrieb Trump und drohte in Richtung Teheran: „Sollte es erneut passieren, wird es noch viel schlimmer werden!“ Anschließend veröffentlichte der US-Präsident mehrere Videos, die ebenfalls US-Angriffe auf den Iran zeigen sollen.Trump: Iran will weiterhin „unbedingt“ ein AbkommenDer Iran will nach Darstellung von Trump trotz der erneuten Angriffe weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, behauptete er auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden.Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“Trump erklärte Waffenruhe mit Iran als „Zeitverschwendung“Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: „Was mich betrifft, ist sie vorbei“. Es sei „reine Zeitverschwendung“, sich mit der Führung in Teheran „abzugeben“. Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. „Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht“, sagte Trump.Lesen Sie auchAuslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA griffen daraufhin in der Nacht zum Mittwoch nach Militärangaben mehr als 80 iranische Ziele rund um die Straße von Hormus an. „Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, hatte das US-Regionalkommando Centcom erklärt.Bereits am Dienstag hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt, deren Aussetzung der Islamischen Republik zunächst bis zum 21. August den Verkauf ihres Rohöls erleichtern sollte. Aus Kreisen der US-Regierung verlautete, der Iran müsse für sein inakzeptables Vorgehen in der Straße von Hormus Konsequenzen tragen.Dieser Text wird fortlaufend aktualisiert...AP/nw/saha
Krieg in Nahost: USA attackieren erneut Ziele im Iran – Kuwait und Bahrain geraten unter Beschuss - WELT
Kurz nach Beginn der neuen US-Angriffe auf den Iran heulen auch in Kuwait und Bahrain die Sirenen. US-Präsident Trump spricht von einer Vergeltungsmaßnahme für die vorangegangenen iranischen Schiffsangriffe und behauptet, Teheran sei weiterhin an einem Abkommen interessiert.













