PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA und Iran greifen sich erneut gegenseitig an – Luftalarm in Kuwait und BahrainStand: 06:54 UhrLesedauer: 4 MinutenDie USA üben Vergeltung und haben den Iran angegriffen. Wie das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom mitteilte, handelte es sich um Angriffe zur „Selbstverteidigung“ nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers vom Typ Apache.Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers hat das US-Militär Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Der Iran greift kurz darauf in der Golfregion an – und die fragile Waffenruhe droht endgültig zu zerbrechen.Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine Angriffe auf Ziele im Iran beendet. Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Plattform X mit. Die „Verteidigungsschläge“ gegen den Iran als Antwort auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers seien abgeschlossen, hieß es. Es seien iranische Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Überwachungsradaranlagen im Bereich der Straße von Hormus bombardiert worden, hieß es. US-Medien zufolge erfolgten die Angriffe in drei Wellen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass sein Land „gezwungenermaßen“ auf den Hubschrauber-Abschuss „reagieren“ müsse. „Dies ist eine Reaktion auf das, was sie letzte Nacht… mit unserem Hubschrauber gemacht haben“, sagte Trump dem US-Sender ABC News. „Die Reaktion sollte sehr stark, sehr kraftvoll ausfallen – und genau das ist sie auch.“ „Die Mission ist eine angemessene Reaktion auf die ungerechtfertigte iranische Aggression“, erklärte Centcom mit Blick auf den Abschuss des US-Hubschraubers durch den Iran. Dazu hatte Trump zuvor erklärt, „dass die Iraner vergangene Nacht einen unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber abgeschossen haben während einer Patrouille in der Straße von Hormus“. Die Piloten seien zwar unverletzt gerettet worden, die USA müssten dennoch „gezwungenermaßen auf diesen Angriff reagieren“.Die Angriffe hätten um 17 Uhr US-Ostküstenzeit begonnen. Iranische Medien berichteten von Explosionen an der Südküste des Landes nahe der Straße von Hormus. US-Militär rettet Hubschrauber-CrewNach dem Abschuss des Hubschraubers wurden zwei Besatzungsmitglieder etwa zwei Stunden nach dem Absturz vor der Küste Omans gerettet, wie das US-Zentralkommando mitteilte. Trump erklärte, beide Soldaten seien „in Sicherheit und unverletzt“. Die Soldaten wurden mithilfe eines unbemannten Drohnenbootes in Sicherheit gebracht, wie US-Zentralkommando-Sprecher Captain Tim Hawkins mitteilte. Dabei habe es sich um den ersten bekannten Drohnenrettungseinsatz auf See durch das US-Militär gehandelt.Die neue Eskalation in der Nacht zum Mittwoch erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Trump ein Abkommen zur Beendigung des Krieges noch in greifbarer Nähe gesehen hatte: „Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird“, sagte er und stellte einen Abschluss der Verhandlungen in den kommenden „zwei oder drei Tagen“ in Aussicht. Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen allerdings schon mehrmals eine baldige Einigung mit Teheran für möglich gehalten – bisher gibt es diese nicht.Araghtschi: Iran wird keinen Angriff unbeantwortet lassenDer Iran reagierte mit Gegenangriffen. Nach iranischen Angaben wurden Ziele in Bahrain und Kuwait angegriffen. Beide Staaten schlugen Alarm und setzten ihre Luftabwehr ein. Der Iran attackierte nach eigenen Angaben auch eine US-Basis in Jordanien. Es seien unter anderem „Stellplätze für F-35-Kampfjets auf einem Luftwaffenstützpunkt“ angegriffen und zerstört worden, erklärten die Revolutionsgarden. Die Angriffe seien mit „Langstreckenraketen“ ausgeführt worden. Die jordanische Armee erklärte, sie habe fünf iranische Raketen abgeschossen.Zuvor hatte Irans Außenminister Abbas Araghtschi mit Vergeltung gedroht. Sollten die US-Angriffe auf den Iran anhalten, werde es eine noch „schärfere Antwort“ geben, hieß es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. „Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen“, schrieb der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in der Nacht auf der Plattform X. „Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen“, fügte er hinzu.Derzeit gilt in dem Krieg eine Waffenruhe, die allerdings sehr brüchig ist. Erst am Sonntagabend hatte der Iran erstmals seit Inkrafttreten der Feuerpause Anfang April wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Als Grund gaben die Revolutionsgarden israelische Luftangriffe auf Viertel der libanesischen Hauptstadt Beirut an, die als Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten.Als Reaktion nahm auch Israel die Angriffe auf Ziele im Iran wieder auf. Im Verlauf des Montags verkündeten Israel und der Iran dann die vorläufige Einstellung der Kampfhandlungen. Beide Seiten drohten jedoch mit einer Wiederaufnahme der Kämpfe, sollte die jeweils andere Seite erneut angreifen.Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Der Konflikt hat die Öl- und Spritpreise in aller Welt in die Höhe schießen lassen. Die neue Zuspitzung in der Nacht zum Mittwoch ließ die Preise erneut steigen.afp/ap/saha/ceb
Krieg in Nahost: USA und Iran greifen sich erneut gegenseitig an – Luftalarm in Kuwait und Bahrain - WELT
Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers hat das US-Militär Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Der Iran greift kurz darauf in der Golfregion an – und die fragile Waffenruhe droht endgültig zu zerbrechen.














