Man weiß, es spricht der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Dennoch fragt man sich: Redet da ein Kind? Ein Teenager im Hormonsturm? Ein böser alter Mann? Was Trump zu den Konflikten in der Welt und seiner Haltung dazu sagt, klingt nur äußerst selten so, als stünden dahinter strategische Überlegungen. Immer aber geht es darum, wen er mag oder nicht mag.Das kann so schnell wechseln wie im Kindergarten. Die Iraner, die Trump für konstruktive Verhandlungen lobte, sind jetzt (wieder) „Abschaum“. Nur wenige Politiker genießen so nachhaltig Trumps Zuneigung, wenn nicht gar Bewunderung, wie die Autokraten Putin, Xi und Erdoğan.Warum NATO-Generalsekretär Rutte Trump schmeicheltAuch über den NATO-Generalsekretär Rutte sagt Trump nur Nettes. Der schleimt ihn freilich auch zu in der Hoffnung, ihn damit von einer Beschädigung des transatlantischen Bündnisses abzuhalten, die über den schon angerichteten Schaden noch hinausgeht. Trump schwächt die Abschreckungskraft der NATO (die er nicht mag) fortlaufend, indem er – durch Wort und Tat – den amerikanischen Beistand im Ernstfall infrage stellt. Oder gar den „Verbündeten“ droht wie im von ihm wiedereröffneten Streitfall Grönland. Spanien will er mit dem totalen Abbruch des Handels bestrafen.Auch wenn Trump sich hinter verschlossenen Türen konzilianter gab, wissen die Europäer, was die Stunde geschlagen hat. Doch brauchen sie noch Zeit, um die geplante Verteidigungslinie an der Ostgrenze aufzubauen, die Putin von einem Angriff abschrecken soll – und die ihn aufhalten müsste, wenn er doch einen Feldzug wagte, auch weil ihm Trumps Abwendung von Europa nur wie eine Einladung dazu vorkommen kann.Putin rüstet sich schon lange dafür. In dem Moment, in dem in der Ukraine die Waffen schweigen, kann er seine Divisionen in einen anderen Krieg schicken. Die Europäer müssen schon jetzt darüber nachdenken, wie sichergestellt werden kann, dass die Ukraine mit ihrer im Kampf gegen Putins Truppen erprobten Armee dann an ihrer Seite stünde. Denn auf den „unverbrüchlichen“ Beistand Trump-Amerikas kann Europa sich nicht verlassen.
Auf Trump ist in der NATO kein Verlass mehr
Noch können die Europäer sich nicht allein verteidigen. Der Schutzwall im Osten muss schnell entstehen. Auch auf die Kampfkraft der Ukraine kann nicht verzichtet werden.













