Beim Nato-Gipfel in der Türkei hat Bundeskanzler Friedrich Merz den guten »Geist von Ankara« beschworen, der Europäer und Amerikaner in der Nato wieder zusammenschweißen soll. Nur einer will offenbar nicht mitmachen: Donald Trump. Der US-Präsident zerstörte die Hoffnung auf ein geschlossenes Auftreten mit scharfen Attacken gegen Verbündete und einem erneuten Griff nach Grönland.

Und dann kam es während des Gipfels auch noch zur neuen Eskalation in dem Krieg, den viele europäische Verbündete kritisch sehen. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte Trump, dass die Waffenruhe mit Iran aus seiner Sicht beendet sei. Öffentlich sagte der US-Präsident, nach den Attacken in der vergangenen Nacht werde man »wahrscheinlich« auch in der kommenden Nacht »hart« angreifen.

Trump über Spanien: »Ein furchtbarer Partner«Noch vor der Arbeitssitzung kündigte Trump an, die Handelsbeziehungen mit Spanien wegen fehlender Unterstützung im Irankrieg zu beenden. Wohl auch, weil Spanien zu den Ländern gehörte, die den USA die Nutzung von Militärbasen für Angriffe auf Iran verweigern.

Spanien war dem US-Präsidenten aber schon vorher ein Dorn im Auge, weil Ministerpräsident Pedro Sánchez das vor einem Jahr beschlossene Nato-Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben, nicht einhalten will. »Spanien ist ein furchtbarer Partner in der Nato. Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht«, sagte Trump bei seinem Treffen mit Rutte am Rande des Gipfels. »Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben.«