Er hat es wieder getan: Der neue Tagesthemen-Moderator Jörg Schönenborn hat sein Publikum mit der Formel „Lassen Sie es gut gehen“ verabschiedet. Es war die zweite Sendung. Damit verdichtet sich der Eindruck, dass der erfahrene TV-Mann seine Marke setzen will. Wie man hört, gebrauchte er den Satz auch schon bei anderen Gelegenheiten – zum Beispiel beim Presseklub. Uns schien, dass er kurz zögerte, als hätte er ein ganz klein bisschen Angst, es zu versemmeln. Aber dann kommt es: „Danke, tschüss, bis morgen und lassen Sie es gut gehen.“
Mit „sich“ ist der Satz geläufig und verständlich als eine Aufforderung oder ein Wunsch oder ein Vorschlag, dass das Gegenüber auf sich achten solle, sich etwas gönnen und genießen dürfe. Das passt zu unseren Selfcare-Zeiten und korrespondiert mit der düsteren Weltlage, mit der man durch die täglichen Nachrichten konfrontiert wird.
Ausruhen ist nicht genug!
Es reicht nicht mehr, dass dem Fernsehzuschauer im Sturm des Weltgeschehens eine erholsame Pause gewünscht wird (Ulrich Wickert: „Eine geruhsame Nacht!“) oder ihm eine Haltung abverlangt wird (Ingo Zamperoni: „Bleiben Sie zuversichtlich!“) – nein, er soll jetzt auch noch aktiv werden, etwas für sich tun, sich gesund und fit halten für Herausforderungen wappnen, um nicht zu sagen: rüsten.









