Jörg Schönenborn moderiert jetzt regelmäßig die „Tagesthemen“ und freut sich darauf. Das sagte er zur Begrüßung bei seinem Debüt. Seine solide Erscheinung und seine entschiedenen, aber doch eleganten Wischgesten, mit denen er die riesigen Touchscreens mit den Wahl- und Umfrageergebnissen bedient, sind dem Fernsehzuschauer bekannt. Die Reaktionen sind dennoch geteilt, manche hätten sich ein neues Gesicht gewünscht, andere genießen das Gefühl von Übersicht, das der Zahlenmann verströmt.
Mal sehen, wie er sich bei den Interviews schlägt, da muss ein guter „Tagesthemen“-Moderator seine Qualitäten beweisen: Taktgefühl und Nachdrücklichkeit, Schlagfertigkeit und Sattelfestigkeit. Nicht ganz so wichtig sind die kleinen Rituale, die so etwas wie ein familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl simulieren. Und hier haben sich vor allem die ausgesuchten Worte eingeprägt, mit denen sich Ulrich Wickert von 1991 bis 2006 vom Fernsehpublikum verabschiedete und es mehr oder weniger auf kurzen Weg ins Bett schickte: „Eine geruhsame Nacht.“
Fernsehen
Der Neue beim ARD-Flaggschiff: Jörg Schönenborn moderiert erstmals die Tagesthemen
Dieser Wunsch stand auch damals schon im Kontrast zu den nicht immer guten Nachrichten und lebensbejahenden Themen, die die Sendung behandelte. Es war, als würde Wickert persönlich mit der Nachtischlampe die gesamte Außenwelt ausknipsen und für die Nachtruhe sorgen.








