The PulseAb nächster Woche melden die ersten Technologiekonzerne ihre Zahlen zum zweiten Quartal. Nach den fulminanten Kursavancen im ersten Halbjahr steht viel auf dem Spiel, die Nervosität nimmt zu. Auf diese Trends wird der Markt achten.Vielleicht liegt es nur an der Sommerhitze, doch die US-Aktienmärkte verhalten sich zunehmend unruhig. Der Leitindex S&P 500 ist gestern Dienstag 0,5% schwächer aus dem Handel gegangen. Der Nasdaq 100 mit den grössten Technologiewerten büsste mehr als 2% ein.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Im wichtigsten Kursbarometer zum Tech-Sektor ist ab jetzt auch SpaceX vertreten. Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk wird an der Börse zu stolzen 2 Bio. $ bewertet, erhält im Index wegen des geringen Free Floats vorerst aber bloss ein Gewicht von weniger als 1%. Der Nasdaq 100 wird von diversen Fonds mit einem Volumen von insgesamt rund 800 Mrd. $ nachgebildet, der grösste ist der Invesco QQQ Trust. Mit der Indexaufnahme von SpaceX müssen sie nun Aktien im Wert von 6 bis 7 Mrd. $ kaufen oder haben dies bereits getan.An Wallstreet läuft die Verkaufsmaschine derweil auf Hochtouren. Zahlreiche Finanzhäuser haben am Dienstag die Abdeckung von SpaceX aufgenommen. Die Empfehlung der Analysten lautet fast unisono «Kaufen», schliesslich hat die Branche am Börsengang des Konzerns gut verdient und erhofft sich weitere Einnahmen im Zug von Aktien- und Anleiheemissionen sowie potenziellen Übernahmen.Kein Wunder also, sind die meisten Initialstudien gespickt mit grandiosen Floskeln zum Investment Case. «SpaceX verkörpert aus unserer Sicht die Spitze zivilisatorischer Ambitionen – oft ausgedrückt in Stahl und Feuer –, die den Lauf der Geschichte lenken, um die Menschheit multi-planetarisch zu machen», schwärmt beispielsweise das Aktienresearch von Deutsche Bank.«Die Ziele von SpaceX – und der potenzielle Einfluss auf die Menschheit – sind grösser als bei jedem anderen Unternehmen, das wir je gesehen haben», doppeln die Analysten von JPMorgan nach. In ihrem Modell sagen sie dem Unternehmen für den Zeitraum von 2025 bis 2030 ein kumuliertes Umsatzwachstum (CAGR) von durchschnittlich 91% pro Jahr voraus sowie eine «signifikante Expansion der Margen». Angesichts der Tatsache, dass SpaceX gegenwärtig dunkelrote Zahlen schreibt, erscheinen solche Prognosen ziemlich optimistisch – um es diplomatisch zu sagen.Der Markt zeigt sich denn auch wenig beeindruckt. Die Aktien von SpaceX haben am Dienstag weitere 7% eingebüsst und notieren inzwischen unter dem Eröffnungskurs vom 12. Juni. Die enttäuschende Performance ist symptomatisch für die generelle Flaute, mit der Technologiewerte seit Tagen kämpfen. Mit einem Minus von 6% schneiden sie seit Beginn des zweiten Halbjahres unter allen Sektoren im S&P 500 am schwächsten ab.Noch mehr zu denken gibt, was sich unter der Oberfläche abspielt. Von den insgesamt 74 Einzelwerten im S&P 500, die dem Technologiesektor zugeordnet werden, befinden sich 51 oder knapp 70% in einem Bärenmarkt. Das heisst, ihr Kurs notiert mehr als 20% unter dem letzten Hoch; darunter viele Namen mit engem Bezug zum Anlagethema künstliche Intelligenz wie Microsoft, Broadcom, Micron Technology, Intel und Applied Materials.Nach den imposanten Kursgewinnen im ersten Semester ist die Tech-Rally damit abrupt ins Stocken geraten. Umso mehr an Bedeutung gewinnt die Saison der Unternehmensabschlüsse.In der heutigen Ausgabe von «The Pulse» befassen wir uns deshalb mit einem Ausblick auf die anstehenden Quartalsberichte führender Technologiekonzerne und den wichtigsten Trends, die in den kommen Wochen an der Börse für Bewegung sorgen dürften.Halbleiteraktien kühlen sich abDer Countdown läuft. Bereits in wenigen Tagen rapportierten die ersten Branchenleader über den Geschäftsgang. Den Auftakt macht am kommenden Mittwoch, 15. Juli, der niederländische Halbleiterausrüster ASML. In der folgenden Nacht auf Donnerstag legt die taiwanische Chipschmiede TSMC die Zahlen vor.Die Erwartungen an Konzerne aus der Halbleiterindustrie sind hoch angesetzt. Der PHLX Semiconductor Index, das wichtigste Kursbarometer zur Branche, hat in den vergangenen drei Monaten mit einem Plus von annähernd 88% die beste Performance in einem Quartal seit der Lancierung im Dezember 1993 erzielt.Angesichts dieser fulminanten Kursgewinne werden viele Investoren wohl etwas nervös. Entsprechend hat die Volatilität merklich zugenommen. Seit dem Allzeithoch vom 22. Juni hat der Index 16% eingebüsst. Die Korrektur kommt wenige Wochen nach einem ersten Kursrutsch von mehr als 12%, der Anfang Juni endete.Bei den bevorstehenden Abschlüssen wird sich der Fokus fast ausschliesslich darauf richten, was die Unternehmen zur Nachfrage betreffend KI sagen. Mit Nvidia und Broadcom werden die zwei grössten Halbleiterkonzerne das Ergebnis allerdings erst gegen Ende August bzw. Anfang September vorlegen. Grosses Interesse dürften deshalb zunächst die Zahlen von Intel und AMD auf sich ziehen.Die Nachfrage nach ihren Prozessoren für Grossrechner hat sich mit der Ausbreitung von KI-Diensten zuletzt markant belebt. Diese Entwicklung kommt im Aktienkurs zum Ausdruck. Der Börsenwert von Intel ist seit Anfang Jahr von 184 auf 555 Mrd. $ gestiegen, im Fall von AMD hat er 140% auf über 840 Mrd. $ zugelegt. Gemessen an der Marktkapitalisierung sind beide Konzerne in die Top 20 des S&P 500 aufgestiegen.Jetzt ist es an der Zeit zu liefern. Für Intel prognostiziert der Analystenkonsens gemäss dem Finanzdatendienst Visible Alpha, dass der Umsatz der Sparte Data Center im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 42% auf 5,6 Mrd. $ gestiegen ist. AMD soll sogar über eine Steigerung von mehr als 100% auf 6,6 Mrd. $ berichten.Der Markt geht fest davon aus, dass dieser Trend ungebrochen anhält. Implizit wird erwartet, dass die bisherigen Vorgaben für das zweite Halbjahr übertroffen werden. Alles andere wäre eine Enttäuschung, wobei Analysten für AMD mit einer besonders markanten Steigerung der Einnahmen rechnen.Der KI-Boom hat dazu geführt, dass in immer mehr Segmenten entlang der Lieferkette Engpässe auftreten. Das prominenteste Beispiel sind Speicherchips. Micron Technology hat für die Berichtsperiode per Ende Mai einen Umsatzsprung von 9,3 auf 41,5 Mrd. $ gemeldet. Gemäss dem grössten US-Hersteller von Memory-Komponenten werden Knappheiten bis über 2027 hinaus anhalten.Trotz der bombastischen Zahlen notieren die Titel derzeit 23% tiefer als vor dem Quartalsabschluss. Auch die Aktien der koreanischen Konkurrenten Samsung Electronics und SK Hynix haben einen Rückschlag erlitten.Mit einem Vorabschluss meldete Samsung in der Nacht auf Dienstag, dass der Betriebsgewinn in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr um das 19-Fache auf 58 Mrd. $ gestiegen ist. Der Memory-Koloss hat damit auf operativer Stufe sogar mehr verdient als Nvidia im letzten Quartal (53,5 Mrd. $) Dennoch wurden die Valoren 7% abgestraft.Sanfte Erholung im Softwaresektor Im Vergleich zum Halbleitersektor haben sich Software-Unternehmen im ersten Semester weit weniger erfreulich entwickelt. Befürchtungen, dass KI das bewährte Geschäftsmodell mit zuverlässig wachsenden Einnahmen und hohen Margen zerstören wird, hatten den Aktien vor allem im ersten Quartal schwer zugesetzt.Inzwischen sieht die Lage etwas weniger düster aus. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) mit über hundert Einzelwerten hat sich seit dem Tief vom 10. April aufgerappelt. Der Prozess der Erholung verläuft allerdings unstetig, und gemessen am Stand von Anfang Jahr resultiert noch immer ein Minus von rund 11%.Unternehmensnachrichten der vergangenen Wochen haben wenig dazu beigetragen, die Stimmung unter Investoren zu verbessern. Mit Salesforce und Adobe haben zwei der grössten Softwareanbieter durchaus anständige Zahlen geliefert. Beide Unternehmen gaben jedoch einen wenig inspirierenden Ausblick auf den restlichen Jahresverlauf. Ängste, dass KI für wachsende Konkurrenz und Druck auf die Margen sorgen wird, konnten nicht entkräftet werden.Es würde daher nicht überraschen, wenn es im Verlauf der Berichtssaison zu grösseren Kursschwankungen bei Softwareaktien kommt – nach oben oder unten. Ein wichtiger Abschluss steht am 22. Juli mit ServiceNow an, einem Spezialisten für die Automatisierung administrativer Arbeitsprozesse. Am gleichen Tag berichtet der Schweizer Bankensoftware-Anbieter Temenos über den Geschäftsgang. Der deutsche Branchenvertreter SAP ist am folgenden Tag an der Reihe.Das Highlight wird der Leistungsausweis von Microsoft gegen Ende Monat. Auf die letzten drei Quartalsberichte von «Mr. Softy» hat die Börse stets negativ reagiert. Der Kurs notiert rund 20% niedriger als im Januar, was der schwächsten Performance der sieben Tech-Riesen aus dem Verbund der Magnificent Seven (Nvidia, Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon, Meta Platforms und Tesla) entspricht.Die Kursdelle hat damit zu tun, dass sich Microsoft fundamental verändert. Der Konzern war bisher ein margenträchtiger Software-Anbieter, nimmt durch die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur nun aber zunehmend Züge eines industriellen Versorgers für Rechenleistung an. CEO Satya Nadella hat bisher nicht überzeugend dargelegt, wie sich diese Strategie für Investoren auszahlen soll. Bei der Ergebnispräsentation dürfte es daher nicht an kritischen Fragen mangeln.Immerhin, der Markt betrachtet Softwareaktien inzwischen wieder differenzierter. Es werden nicht mehr alle Unternehmen kategorisch gemieden. Ein gutes Beispiel ist das Segment Sicherheit. Der First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF (CIBR) handelt im bisherigen Jahresverlauf fast 30% fester; Spezialisten wie Fortinet und Palo Alto Networks stehen rund 80% bzw. 100 % höher. Damit nimmt indes die Erwartungshaltung zu.Wettrüsten strapaziert die Finanzen der BranchenriesenLetztlich wird auch diese Berichtssaison alles darauf hinauslaufen, was die Tech-Superschwergewichte zu ihren Plänen für Investitionen in Rechenzentren und andere KI-Infrastruktur rapportieren. Seit bald vier Jahren erhöhen sie die Prognosen zu ihren Kapitalausgaben Quartal für Quartal, was vor allem den Aktien von Hardware-Zulieferern und industriellen Ausrüstern kräftig Auftrieb verliehen hat.Die Frage, wie lange das Wettrüsten in diesem Tempo weitergehen kann, steht deshalb einmal mehr im Zentrum. Derzeit rechnen Analysten damit, dass die fünf grössten Cloud-Infrastrukturanbieter (Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle – auch Hyperscalers genannt) in den nächsten zwölf Monaten rund 830 Mrd. $ für Kapitalinvestitionen ausgeben werden. Das würde einer Zunahme von fast 70% gegenüber den letzten zwölf Monaten entsprechen.Der Markt hat diese Ausgaben lange Zeit als Investitionen in künftige Gewinne goutiert. Doch im bisherigen Verlauf des Jahres hat sich zusehends Skepsis breit gemacht. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Hyperscaler inzwischen fast ihren gesamten operativen Cashflow für KI-Infrastruktur ausgeben und sich zusätzliche Mittel an den Kapitalmärkten beschaffen müssen. Amazon etwa hat am Dienstag eine weitere Emission von Anleihen im Wert von 25 Mrd. $ angekündigt.Eine Folge davon ist, dass die Qualität der Unternehmensgewinne drastisch abnimmt. Dies, weil die Hyperscaler ihre Investitionen nicht als Ausgaben über ihre Erfolgsrechnung verbuchen, sondern sie als Kapitalinvestitionen in der Bilanz aktivieren (hier eine lesenswerte Erläuterung dazu). Gemäss dem Aktienresearch von Bank of America tendiert der Anteil des freien Cashflows an den Konzerngewinnen inzwischen sogar praktisch gegen null.Anteil des freien Cashflows am Gewinn der nächsten zwölf Monate für die Konzerne im S&P 500 exklusive Finanz- und Immobilienwerte (dunkelblau), für die Hyperscalers Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta und Oracle (hellblau) sowie für die restlichen Unternehmen im Index.Quelle: Bank of AmericaDas Narrativ zum KI-Boom verändert sichAus einer ökonomischen Perspektive wird es immer schwieriger, die fortwährend höheren KI-Investitionen zu rechtfertigen. Diesbezüglich wird sich der Fokus bei den Ergebnispräsentationen speziell auf Meta richten, zumal der finanzielle Druck auf den Social-Media-Konzern unter den Hyperscalern am grössten ist. Der Analystenkonsens rechnet ab dem zweiten Quartal mit einem negativen freien Cashflow.Konzernchef Mark Zuckerberg hatte beim letzten Abschluss Ende April mehrfach bekräftigt, dass der Einsatz autonomer KI-Dienste (AI Agents) beträchtliche Effizienzgewinne ermöglichen werde. Vor wenigen Tagen relativierte er diese Aussagen überraschend. «Die Entwicklungskurve bei KI-Agenten hat sich zumindest in den letzten vier Monaten nicht so beschleunigt wie erwartet», räumte er an einer Orientierung für Mitarbeitende ein.Für explosiven Gesprächsstoff sorgt eine Meldung von Bloomberg. Demnach plant Meta, überschüssige Rechenkapazitäten der Cloud-Infrastruktur an andere Unternehmen zu verkaufen; vergleichbar mit dem klassischen Cloud-Geschäft von Amazon, Microsoft und Alphabet (wir haben hier darüber berichtet).Einen solchen strategischen Schwenker hat SpaceX bereits vollzogen. xAI, die KI-Sparte des Konzerns, schloss kurz vor dem Börsengang einen milliardenschweren Deal ab, um ihre Rechenkapazitäten mit dem KI-Unternehmen Anthropic zu teilen. Das weit verbreitete Narrativ, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung quasi «unendlich» sei, steht plötzlich infrage.Ängste, dass zu viele Kapazitäten aufgebaut werden, lassen sich an der Börse bereits klar beobachten. Sie dürften massgeblich mit den Turbulenzen der vergangenen Tage zusammenhängen. Besonders empfindlich spüren dies Aktien von Neocloud-Unternehmen wie CoreWeave, Nebius und Iren, die versuchen, in den Markt für KI-Infrastrukturdienste vorzustossen und den Hyperscalern Konkurrenz zu machen. Ihre Kurse sind gestern Dienstag erneut schwer unter Druck gekommen.Den Aktien von Meta haben die Gerüchte um den möglichen Aufbau eines Cloud-Geschäfts für externe Kunden derweil geholfen. Sollte Zuckerberg oder ein anderer CEO eines Hyperscalers in den kommenden Tagen tatsächlich ankündigen, das Tempo bei den Investitionen zu drosseln, sollten sich Investoren auf eine grössere Korrektur in allen Bereichen der KI-Lieferkette gefasst machen.Deep DivingAn dieser Stelle präsentieren wir wie immer einige Links, die einen vertieften Einblick in ein aktuelles Thema geben:Der erste Beitrag knüpft an die Spekulationen über einen möglichen Strategiewechsel von Meta an. Der Tech-Analyst Ben Thompson hat in der aktuellen Ausgabe seines Newsletters «Stratechery» eine fiktive Ansprache verfasst, die CEO Mark Zuckerberg bei der Besprechung der anstehenden Quartalszahlen halten könnte. Die Ausführungen geben zudem einen spannenden Einblick ins Geschäftsmodell des Social-Media-Konzerns.Die Nachricht lässt aufhorchen: Noam Shazeer, einer der führenden KI-Forscher, wechselt von Google zu OpenAI. Das, nachdem Google Shazeer erst vor zwei Jahren durch die 2,7 Mrd. $ teure Übernahme seiner KI-Firma Character.ai rekrutiert hatte. Transaktionen dieser Art, mit denen sich Unternehmen hauptsächlich das Knowhow von Fachkräften sichern, werden im Jargon auch als «Acqui-hiring» oder «Hackquisitions» bezeichnet. Der Branchenkenner M.G. Siegler listet solche Deals grosser Tech-Konzerne über die vergangenen Jahre auf und zieht eine ernüchternde Bilanz.Hier noch etwas Stoff zum Nachdenken: Die klassische Wirtschaftslehre basiert auf der Annahme rationaler Akteure, die nach maximalem Gewinn oder Nutzen streben. Gemäss der Theorie des Kulturphilosophen René Girard widerspricht dies jedoch der menschlichen Natur, da sich Wünsche und Ambitionen stets am Verhalten anderer orientieren. Ein Paradebeispiel dafür ist der erbitterte Tech-Wettlauf um die Vorherrschaft bei KI, wie der Wirtschaftshistoriker Edward Chancellor in seiner neuen Kolumne für Reuters darlegt.Und zum Schluss noch dies: The Big SplashDie Welt ist im Fussballfieber. Mit der Begegnung zwischen Frankreich und Marokko beginnen morgen Donnerstag die Viertelfinalspiele um den Fifa World Cup. Die Gastgeberländer Kanada, Mexiko und USA sind zwar bereits ausgeschieden. Doch zumindest aus wirtschaftlicher Sicht erweist sich das Turnier für sie als Erfolg.Das zeigen Kredit- und Debitkartendaten von Bank of America zum Konsum in den elf Gastgeberstädten in den USA. «Die Weltmeisterschaft hat den Detailhandel im Durchschnitt spürbar belebt», hält das Finanzinstitut fest. Restaurants und Bars in den Austragungsorten haben in den drei ersten Wochen des Turniers bis zum 27. Juni ein Umsatzplus von 5,3% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, wogegen der Zuwachs im Rest des Landes bei 3,8% lag.In den urbanen Zentren, in denen Fifa-Spiele abgehalten werden, verzeichnen auch andere Segmente des Detailhandels ein überdurchschnittlich starkes Wachstum. Zu den grössten Profiteuren zählt Los Angeles. Im SoFi Stadium im Stadtteil Inglewood finden insgesamt acht Spiele des Turniers statt; das letzte davon am Freitag, wenn Spanien und Belgien im Viertelfinal aufeinandertreffen.«In Los Angeles haben die Ausgaben in allen Bereichen des Detailhandels seit dem WM-Auftakt deutlich angezogen», hält die Analyse von Bank of America fest. Der Effekt wird in der untenstehenden Grafik illustriert. Auf der vertikalen Achse ist das Umsatzwachstum von Restaurants und Bars in den ersten drei Wochen des Turniers abgebildet, die horizontale Achse zeigt die Entwicklung in den drei Wochen davor.Zunahme der Konsumausgaben in Bars und Restaurants gegenüber dem Vorjahr in den drei Wochen vor Beginn der Fussball-WM (horizontale Achse) und in den ersten drei Wochen des Turniers (vertikale Achse).Quelle: Bank of AmericaWie sich der Grafik entnehmen lässt, haben fast alle Gastgeberstädten von der WM profitiert. Ausser L.A. stechen New York und Kansas City besonders positiv heraus. In New York hat das Gastgewerbe einen zusätzlichen Schub durch die siegreiche Performance der Knicks in den Playoffs der Basketball-Liga NBA erhalten. Kansas City wurde wohl von der Euphorie niederländischer Fans angesteckt, deren Team dort das Hauptquartier hatte.Zu den wenigen US-Grossstädten, die keine nennenswerten Auswirkungen verzeichnet haben, zählt Seattle. Mit satten 8% ist das Gastgewerbe dort jedoch bereits vor der Weltmeisterschaft überdurchschnittlich robust gewachsen. In Boston und Miami sind die Ausgaben sogar rückläufig.Zufall oder nicht: In beiden Städten trat die Nationalmannschaft Schottlands in der Vorrunde auf. «Medienberichten zufolge sind schottische Fans in grosser Zahl zur Weltmeisterschaft in die USA gereist», bemerken dazu die Ökonomen von Bank of America. Möglicherweise sei es dadurch zu Verdrängungseffekten bei den Konsumausgaben der lokalen Bevölkerung gekommen.Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Daten nur für amerikanische Kunden der Grossbank gelten. Die Ausgaben internationaler Touristen werden darin nicht erfasst. «Der tatsächliche WM-Boom im Detailhandel dürfte daher noch weitaus höher ausfallen», vermuten die Verfasser der Studie.Im SoFi Stadium in Los Angeles wird am Donnerstag das WM-Viertelfinale zwischen Spanien und Belgien ausgetragen. Auf Ticket-Börsen wie Ticketmaster kosten die günstigsten Plätze 1365 $.Bild: SoFi Stadium
Nervosität im Tech-Sektor: Berichtssaison wird zur Zitterpartie
Ab nächster Woche melden die ersten Technologiekonzerne ihre Zahlen zum zweiten Quartal. Nach den fulminanten Kursavancen im ersten Halbjahr steht viel auf dem Spiel, die Nervosität nimmt zu. Auf diese Trends wird der Markt achten.








