The PulseTechnologieaktien sind im ersten Halbjahr weit vorgeprescht. Wie geht es in den kommenden Wochen und Monaten weiter? Ein Cockpit mit dreizehn Messinstrumenten hilft Investoren bei der Navigation.Die amerikanischen Aktienmärkte starten verhalten ins zweite Halbjahr. An den Börsen in New York hat der Leitindex S&P 500 am Mittwochabend 0,2% leichter geschlossen. Der Nasdaq 100 mit den grössten Technologiewerten büsste 1,5% ein.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der mässige Auftakt folgt auf eine exzeptionell starke Performance. Der Nasdaq 100 hat in den vergangenen drei Monaten satte 27,5% gewonnen. Das ist die zweitgrösste Avance in einem Quartal seit der Internetblase. Seither schnitt das Tech-Barometer nur im zweiten Quartal 2020 mit 30% noch besser ab, als sich die Märkte vom Schock der Covid-Pandemie erholten.Der mit Abstand kräftigste Treiber waren Halbleiteraktien. Mit einem phänomenalen Plus von 87,8% verbucht der PHLX Semiconductor Index den grössten Quartalsgewinn seit der Lancierung im Dezember 1993. An vorderster Stelle platziert sich der Speicherchip-Hersteller Micron Technology mit einem Kurssprung von über 240%.Das Ausmass der Begeisterung für Tech-Aktien und speziell für die Profiteure des Investitionsbooms im Bereich künstliche Intelligenz wird erst richtig erkennbar, wenn man die Performance auf einer relativen Basis betrachtet. Seit Ende März hat sich gemäss dem Finanzdatendienst Koyfin nur ein Sektor besser entwickelt als der Gesamtindex S&P 500: Technologie.Nicht zu übersehen ist allerdings, dass die Dynamik in den vergangenen Wochen nachgelassen hat. Im Juni waren an den US-Börsen vor allem Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Gesundheit und Finanzen gefragt. Technologieaktien haben den S&P 500 nur knapp geschlagen.Angesichts dieser Entwicklungen wird es in den kommenden Wochen und Monaten umso wichtiger sein, den Überblick zu behalten. Als Hilfe dazu präsentieren wir regelmässig einen Radar mit dreizehn Messinstrumenten für Tech-Investoren.In der heutigen Ausgabe von «The Pulse» aktualisieren wir diesen Überblick und beleuchten die wichtigsten Trends, auf die es zu achten gilt.1. Makro-Indikatoren: ISM-EinkaufsmanagerindexAls Anhaltspunkt zu den allgemeinen Rahmenbedingungen für Investitionen lohnt sich zuerst ein Blick auf die Grosswetterlage. Die meisten Unternehmen aus dem Technologiesektor haben einen zyklischen Charakter, speziell in den Segmenten Halbleiter, Hardware und Internet/E-Commerce. Generell gibt die Konjunkturentwicklung im US-Heimmarkt den Takt an.Der meistbeachtete Vorlaufindikator zur amerikanischen Wirtschaft ist der monatliche Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM). In diesem Zusammenhang lässt sich eine markante Belebung im verarbeitenden Gewerbe beobachten. Befand sich die US-Industrie Ende 2025 noch in einer hartnäckigen Kontraktion, stehen die Zeichen seit Anfang Jahr auf Expansion.Dieser Trend hat sich gestern Mittwoch bestätigt. Für Juni signalisiert der ISM-Index zur Industrie mit 53,3 weiterhin ein freundliches Umfeld, auch wenn sich das Expansionstempo im Vergleich zum Mai (54) leicht verringert hat. Die Entwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen, wobei eine robuste Nachfrage in den Segmenten Rüstung und Halbleiterequipment zu den Glanzpunkten zählt. Zudem zeigt die Index-Komponente zur Lagerhaltung erstmals seit April 2025 eine Expansion an.2. Makro-Indikatoren: KapitalinvestitionenDie ISM-Daten passen zum erbaulichen Gesamtbild der amerikanischen Wirtschaft, die sich im internationalen Vergleich von anderen Weltregionen positiv abhebt. Einen substanziellen Beitrag dazu liefert der KI-Boom. Wie massiv der Effekt ist, verdeutlichen Zahlen des Bureau of Economic Analysis (BEA).Im ersten Quartal hat das Bruttoinlandprodukt in den USA auf annualisierter Basis 2,1% zugenommen, und für die jüngste Berichtsperiode wird ein ähnlicher Zuwachs erwartet. Massgeblich tragen dazu Investitionen für Rechenkapazität und IT-Equipment bei. In den ersten drei Monaten waren es knapp 0,6 Prozentpunkte. Alles spricht dafür, dass sich dieser Trend zuletzt weiter akzentuiert hat.Das bedeutet aber auch, dass der Aufschwung massgeblich von einer Fortsetzung des KI-Booms abhängt. In ihrem jährlichen Wirtschaftsbericht von Ende Juni warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), dass frühere Phasen, in denen in kürzester Zeit immense Summen in neue Technologien investiert wurden – wie der Kanalbau in den 1830er-Jahren, das Aufkommen der Eisenbahn in Grossbritannien in den 1840er-Jahren, die Elektrifizierung in den späten 1920er-Jahren und der Dotcom-Boom der späten 1990er-Jahre –, ausnahmslos in schweren Krisen mündeten.«Diese Phasen endeten letztlich mit einem Einbruch der Investitionen, was eine gesamtwirtschaftliche Rezession auslöste», hält die BIZ fest. Das Ausmass und das Tempo des derzeitigen Investitionsbooms, getragen von den Erwartungen massiver Produktivitätsgewinne, weisen gemäss dem Bericht Parallelen zu diesen historischen Präzedenzfällen auf. «Dies unterstreicht die potenziellen Abwärtsrisiken in naher Zukunft», lautet das Fazit.3. Makro-Indikatoren: ZinserwartungenEin entscheidender Faktor für die Börsen generell und für den Technologiesektor im Speziellen sind ebenso die Aussichten zur Entwicklung der Zinsen. Die meisten Tech-Aktien sind eine Wette auf künftiges Wachstum, die Zinsen sind quasi der Preis der Zeit. Je niedriger die Zinsen, desto günstiger sind folglich Investitionen in zukünftig erwartete Gewinne und umgekehrt.In dieser Hinsicht ist es durch den Krieg im Nahen Osten zu einer bedeutenden Veränderung der Erwartungen gekommen. Die Inflation zieht erneut an. Die Kernrate des Preisindex der Konsumentenausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE), die Energie und Nahrungsmittel ausklammert und von der US-Notenbank besonders genau beachtet wird, ist zuletzt weiter auf 3,4% gestiegen, der höchste Wert seit Oktober 2023.Kevin Warsh, der neue Chef des Federal Reserve, hat am Mittwoch während der wirtschaftspolitischen Konferenz in Portugal bekräftigt, dass er sich zur Wiederherstellung der Preisstabilität verpflichtet sieht. Zugleich sah er aber von konkreten Hinweisen ab, dass er den Leitzins am kommenden Fed-Entscheid vom 29. Juli erhöhen will. Spekulationen über den weiteren Verlauf der Geldpolitik dürften somit im zweiten Halbjahr anhalten.Machten sich Investoren zu Jahresbeginn noch Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen, stellt sich der Konsens an den Märkten seit Mitte Mai auf eine Straffung ein. Im Terminhandel wird die Wahrscheinlichkeit auf 84% beziffert, dass die US-Notenbank bis Ende Jahr mindestens einen Schritt von 25 Basispunkten vollzieht und den Leitsatz auf 3,75 bis 4% erhöht. Für zwei Schritte stehen die Chancen bei 45%.4. Fundamentaldaten: Lieferketten in AsienAuf einer nächsten Ebene geht es darum, ein Gespür für die spezifischen Rahmenbedingungen im Tech-Sektor zu bekommen. Im Fokus stehen bedeutende Endmärkte wie Grossrechner sowie andere KI-Infrastruktur, PC-Geräte, Smartphones, Unterhaltungselektronik, Telecom, Industriemaschinen und Autos.Ein zeitnaher Indikator dafür sind die Lieferketten in Asien. Auftragsproduzenten aus Taiwan wie Hon Hai Precision Industry (Foxconn), Quanta Computer oder Pegatron publizieren monatliche Umsatzzahlen. Das gilt auch für Halbleiterhersteller wie TSMC und UMC, die in den vergangenen Wochen ihre Daten für Mai veröffentlicht haben.Als Technologie-Leader profitiert TSMC weiterhin von der starken Nachfrage nach Prozessoren für KI-Server. Auffällig ist, dass sich auch der Geschäftsgang des Branchennachbarn UMC belebt, der ein breiteres Spektrum der Wirtschaft beliefert. Grundsätzlich ist das ein ermutigendes Signal. Es deckt sich mit der positiven Entwicklung bei Herstellern wie Texas Instruments, Analog Devices und Infineon, die ähnliche Kundensegmente bedienen. Vermutlich schlägt sich auch die KI-Nachfrage durch, die mittlerweile fast alle Bereiche des Tech-Sektors erfasst hat.5. Fundamentaldaten: AnalystenschätzungenWas sich in fundamentaler Hinsicht abspielt, lässt sich auch den Analystenprognosen entnehmen. Die Konsensschätzungen zur operativen Entwicklung von Unternehmen hinken dem Geschehen an der Börse zwar meist hinterher. Immerhin lässt sich daran aber erkennen, was Wallstreet zur gegenwärtigen Verfassung von Corporate America denkt.Wie Mike Santoli, der klarsichtigste Marktkommentator beim Börsensender «CNBC» bemerkt, nehmen die Erwartungen zusehends unrealistische Konturen an. Summiert man die individuellen Analystenschätzungen zu Einzelunternehmen für jeden Sektor auf, resultiert für den S&P 500 über die nächsten zwölf Monate gemäss dem Datendienst FactSet ein Kursziel von 8918. Das wäre ein sattes Plus von fast 20%, gemessen am derzeitigen Stand.Besonders auffällig ist, dass sich dieser Wert über der Prognose sämtlicher Marktstrategen bewegt, die aus einer makroökonomischen Perspektive ein Kursziel für den S&P 500 setzen. Ausserdem gibt Santoli zu bedenken, dass das aggregierte Aufwärtspotenzial auf Basis der naturgemäss optimistischen Analystenschätzungen in den vergangenen fünf, zehn, fünfzehn und zwanzig Jahren im Schnitt bei lediglich 13 bis 15% für den Index lag.Am zuversichtlichsten sind Analysten für den Sektor Kommunikation mit den Superschwergewichten Alphabet und Meta Platforms, wo sich das Kursziel mehr als 30% über dem derzeitigen Stand bewegt. Dahinter folgen die Sektoren zyklischer Konsum (Amazon und Tesla) sowie Technologie (Nvidia, Apple, Microsoft, Broadcom, Micron etc.) mit jeweils mehr als 25%.6. Fundamentaldaten: KI-InvestitionenDamit sind wir wieder beim Kernthema, das derzeit so gut wie alle Entwicklungen im Tech-Sektor übergreift: Ob die Unternehmen die ambitionierten Vorgaben erfüllen können, hängt primär davon ab, wie das KI-Wettrüsten weitergeht. Bisher haben die grössten Cloud-Konzerne ihre Prognosen zu den Kapitalausgaben jedes Quartal erhöht, was sich in den Analystenschätzungen reflektiertAufhorchen lassen deshalb Nachrichten zu Meta. Gemäss «Bloomberg News» plant der Social-Media-Riese, überschüssige Rechenkapazitäten seiner Cloud-Infrastruktur an andere Unternehmen zu verkaufen; vergleichbar mit dem Cloud-Geschäft von Amazon, Microsoft und Alphabet. Meta könnte externen Kunden sowohl Zugriff auf «reine» Rechenleistung als auch auf spezifische KI-Modelle gewähren, heisst es im Bloomberg-Bericht.Konzernchef Mark Zuckerberg sagte bereits im Rahmen der Generalversammlung von Ende Mai, dass Meta überschüssige Cloud-Infrastruktur vermieten könnte, wenn zu viel Kapazität vorhanden sei. Die Börse hat die Meldung nun mit einem Kurssprung von 9% honoriert. Sie könnte auch darauf hindeuten, dass der Bedarf an Rechenleistung weniger gross ist als bisher angenommen und sich das Wettrüsten abkühlt.«Es kommen Fragen hinsichtlich des Kapitals auf, das 2027 und darüber hinaus im ganzen Sektor investiert werden soll», meint dazu Madison Rezaei, Analystin bei Bernstein Research. Meta gibt gigantische Summen für den Bau von Rechenzentren aus. «Jede Anpassung der Ausgaben wird sich voraussichtlich dramatisch auf die gesamte Lieferkette auswirken», folgert Rezaei.Entsprechend belastete die Nachricht vor allem Aktien aus der Halbleiterbranche. Namen wie Micron, Sandisk, AMD, Intel und Marvell Technology gingen gestern mit Verlusten von 7 bis 11% aus dem Handel. Auch Zulieferer wie Applied Materials, Lam Research, KLA und ASML traf es schwer. Das Gleiche gilt für die Neocloud-Unternehmen CoreWeave und Nebius, die sich potenziell mit Konkurrenzdruck von Meta konfrontiert sehen könnten.7. Marktsignale: KursentwicklungAuf dem Radar sollten Investoren ebenso Entwicklungen haben, die sich direkt an den Börsen abspielen. Vieles im Tagesgeschehen ist Lärm, doch oft antizipieren die Finanzmärkte grundlegende Trends schon bevor sie in den Wirtschafts- und Unternehmensdaten erkennbar sind. Gerade bei grösseren Übergängen wie dem Jahreswechsel oder dem Beginn eines neuen Quartals oder Semesters kommt es ausserdem oft zu einer Verschiebung der Präferenzen.Der grosse Gewinner im zweiten Quartal war (wie eingangs erwähnt) die Halbleiterindustrie. Der SOXX-ETF zur Branche ist allein seit Ende März rund 107% vorgeprescht. Zu verdanken sind diese fulminanten Gewinne aber nicht den bisherigen Superstars Nvidia und Broadcom, sondern Unternehmen aus der zweiten oder dritten Reihe. Beispielsweise hat sich der Börsenwert von Micron, Intel und AMD in den letzten drei Monaten insgesamt um satte 2 Bio. $ erhöht.Besonders gut gelaufen sind in der Berichtsperiode ebenso kleinkapitalisierte Tech-Werte und Cybersecurity-Aktien. Am hinteren Ende des Feldes rangieren demgegenüber Anbieter von Software und Rüstungstechnologie sowie die Kolosse aus dem Verbund der Magnificent Seven: Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Tesla. Sie hinken dem Nasdaq 100 allesamt auch seit Anfang Jahr hinterher.Microsoft und Meta notieren seit Januar sogar 20 bzw. 7% im Minus. Wie im vorherigen Abschnitt diskutiert, könnte der Grund dafür mit der zunehmenden Skepsis an der Börse hinsichtlich der gigantischen Kapitalinvestitionen zu tun haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass der freie Cashflow drastisch sinkt, während die Aussichten auf Erträge diffus bleiben.8. Marktsignale: MarktbreiteTechnische Indikatoren können ebenfalls wichtige Signale senden. Ein gutes Zeichen ist in der Regel, wenn ein grosser Index wie der S&P 500 von einem breiten Feld verschiedener Aktien getragen wird. Geben hingegen bloss einige wenige Titel den Takt an, wird das als ungesunde Entwicklung interpretiert, die eine Vorstufe zu einer Korrektur sein kann.Die Marktbreite lässt sich anhand verschiedener Kriterien messen. Als einfache Methode für die US-Börsen kann man zum Beispiel den S&P 500 ins Verhältnis zum S&P 500 Equal Weight stellen. Während im ersten Fall jeder Titel im Index nach seiner Marktkapitalisierung gewichtet wird, kommt im zweiten Fall jedem Titel das gleiche Gewicht zu.In dieser Hinsicht fällt auf, dass der amerikanische Aktienmarkt seit Mitte Mai an Breite gewonnen hat (mehr dazu hier). Das liegt vor allem an der durchwachsenen Performance der Magnificent-Seven-Aktien. Bisher ist auf solche Konsolidierungsphasen allerdings stets ein ausgeprägter Gegentrend gefolgt.Besonders aussergewöhnlich ist, dass die über zwölf Monate gleitende Korrelation zwischen dem S&P 500 und dem S&P 500 Equal Weight zuletzt auf ein Rekordtief von 79% eingebrochen ist. Zur Einordnung: Der historische Durchschnitt beträgt 96%. Gemäss der Investmentbank Goldman Sachs werden US-Aktien demnach nicht mehr als homogene Einheit gehandelt, sondern als Ansammlung individueller Geschichten, wodurch die selektive Auswahl von Aktien (Stock Picking) an Bedeutung gewinnt.Korrelation zwischen dem S&P 500 und dem S&P 500 Equal Weight.Quelle: Goldman Sachs9. Marktsignale: MittelflüsseHinweise auf grundlegende Veränderungen kann auch der Fluss von Investorengeldern geben. Speziell im Technologiesektor wird der Handel zusehends von Kleinanlegern bestimmt. Ähnlich verhielt es sich zum Beispiel auch in der heissen Schlussphase der Internethausse, weshalb die gegenwärtige Entwicklung eher vorsichtig stimmt.Die Investmentpublikation «The Kobeissi Letter» vermutet, dass Kleinanleger im Verlauf des zweiten Quartals bei Gold und Bitcoin ausgestiegen sind und sich im Gegenzug verstärkt auf Chipaktien konzentriert haben. So sind gemäss Daten von Bloomberg seit April kumuliert rund 12 Mrd. $ aus ETF-Anlagen zu Gold und Bitcoin abgeflossen, während ETF zur Halbleiterindustrie mehr als 20 Mrd. $ angezogen haben.Kumulierte Mittelflüsse bei ETF zu Gold sowie Bitcoin (blaue Balken) und zu Halbleiteraktien (schwarze Balken), in Mrd. $.Quelle: The Kobeissi LetterSpekulative Anlagen waren im zweiten Quartal generell gefragt. Prominente Vertreter aus dieser Kategorie sind der Roundhill Memory ETF (DRAM) zu Herstellern von Speicherchips sowie diverse gehebelte Fonds. Der SPCH-ETF etwa, der die tägliche Kursbewegung des Weltraumkonzerns SpaceX um den Faktor zwei verstärkt, hat in den ersten vier Tagen nach der Lancierung ein rekordverdächtiges Handelsvolumen von 4 Bio. $ verzeichnet.10. Sentiment: Risikoverhalten von MarktteilnehmernDas Gesamtbild wird durch Indikatoren zu psychologischen Einflüssen abgerundet. Auf dem Radarschirm gehören sie zu den wichtigsten Entwicklungen. Als hilfreicher Indikator kann das Geschehen bei Aktienemissionen und Unternehmenstransaktionen dienen.Ein Warnsignal ist das IPO (Initial Public Offering) von SpaceX mit einer Rekordemission von 85,7 Mrd. $. Bisher fällt die Performance enttäuschend aus. Der Kurs notiert unter dem Eröffnungskurs vom 12. Juni. Nicht selten markieren solche Mega-Börsengänge den Zenit eines Marktzyklus. Mit dem KI-Unternehmen Anthropic soll im zweiten Semester ein weiteres massives IPO folgen, während Konkurrent OpenAI das Debüt offenbar auf nächstes Jahr verschieben will.Kein gutes Zeichen ist ebenso, dass Übernahmen florieren. «Das Geschäft mit Fusionen- und Übernahmen zieht meist dann deutlich an, wenn das Vertrauen und der Optimismus hoch sind und die Disziplin nachlässt», gibt der Marktstratege Charlie Bilello zu bedenken. In den USA hat das gleitende Transaktionsvolumen über die letzten vier Quartale per Ende Juni mit knapp 1,9 Bio. $ einen Spitzenwert erreicht. Ein namhafter Anteil davon entfällt auf Grossübernahmen.Volumen an Übernahmen und Fusionen in den USA über die jeweils letzten vier Quartale, in Bio. $.Quelle: Wall Street Journal11. Sentiment: Positionierung professioneller InvestorenAnhaltspunkte zur Marktpsychologie lassen sich ebenso aus Indikatoren zum Verhalten von professionellen Anlegern gewinnen. Wie aus regelmässig aktualisierten Daten der Deutschen Bank hervorgeht, überwiegt in dieser Kategorie von Marktteilnehmern gegenwärtig eine eher risikoaverse Haltung.Gemäss der jüngsten Auswertung haben Investmentprofis das Exposure gegenüber grosskapitalisierten Wachstumsaktien reduziert. Im historischen Vergleich befindet sich die Gewichtung im Portfolio gegenwärtig im 41. Perzentil. Das heisst, sie ist unter das historische Mittel gesunken, was auch mit der mässigen Performance der Magnificent Seven übereinstimmt (hier eine ausführliche Erklärung dazu).Positionierung von Investoren in grosskapitalisierten Wachstums- und Tech-Aktien. Die dunkelblaue Linie zeigt das derzeitige Exposure, die beiden hellblauen Linien indizieren eine Standardabweichung vom Mittelwert nach oben bzw. nach unten.Quelle: Deutsche Bank12. Sentiment: BewertungDer ultimative Indikator für die Stimmung an den Finanzmärkten sind die Bewertungen. Je grösser der Optimismus, desto mehr dehnen sie sich aus. Nehmen Ängste und Sorgen hingegen zu, kommt es zu einer Kompression. Die entscheidende Frage ist, auf welchem Niveau ein Sektor, eine Branche oder ein Einzelunternehmen «fair» bewertet ist.Die Antwort darauf ist Ansichtssache. Orientierungshilfe gibt ein Vergleich zu historischen Daten. Basierend auf den Analystenschätzungen für die nächsten zwölf Monate handelt der Nasdaq 100 zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von annähernd 25. Die Bewertung liegt somit ziemlich genau im Durchschnitt der letzten zehn Jahre und erscheint auch im Vergleich zum breiter ausgerichteten S&P 500 nicht übermässig teuer.Ein wesentlicher Vorbehalt besteht allerdings darin, dass die Analysten übermässig optimistisch sind. Speziell bei Halbleiterkonzernen basieren ihre Schätzungen auf der Annahme, dass sich das rasante Wachstum ungebrochen fortsetzt. Angesichts der ausgesprochen zyklischen Natur der Branche können sich die Aussichten jedoch rasch verändern. Die Bewertungen könnten sich daher als weniger komfortabel erweisen, als es derzeit den Anschein macht.13. Bonus ChartIm grossen Ganzen stimmt das Bild auf dem Radar zur Jahresmitte somit eher vorsichtig. In den USA läuft die Wirtschaft zwar rund. Doch vieles hängt davon ab, ob die hohen Erwartungen an das Potenzial von künstlicher Intelligenz erfüllt werden. Umso wichtiger wird, wie Ende Monat die Zahlen zum zweiten Quartal aufgenommen werden. Einen Vorgeschmack geben in zwei Wochen die Abschlüsse von ASML und TSMC.Was die Mentalität an den Märkten betrifft, sind Tendenzen zu Übertreibungen unverkennbar. Der IPO-Markt mit dem Rekordbörsengang eines hochgradig unprofitablen Unternehmens wie SpaceX und die überbordende Begeisterung für Aktien von Speicherchip-Herstellern sind prominente Beispiele dafür.In diesem Umfeld zahlt sich Diversifikation aus. Attraktive Möglichkeiten dazu eröffnen sich in defensiven Sektoren wie Basiskonsum und Gesundheit. Eine besonders spannende Entwicklung: Der iShares Biotechnology ETF (IBB) auf den Nyse Biotechnology Index ist soeben aus einer langen Konsolidierungsphase ausgebrochen und hat das Allzeithoch vom Herbst 2021 endlich überwunden – gute Voraussetzungen also für weitere Avancen.Deep DivingAn dieser Stelle präsentieren wir wie immer einige Links, die einen vertieften Einblick in ein aktuelles Thema geben:Seth Klarman gibt nur selten Interviews. Umso spannender sind die Aussagen, die der legendäre Value-Investor in dieser Episode des Podcast Masters in Business mit Barry Ritholtz macht. Klarman erklärt, wie sein Hedgefonds Baupost Group im gegenwärtigen Marktumfeld investiert, wie er mit dem Anlagethema KI umgeht und warum der Markt den Liquiditätsbedarf im Zusammenhang mit KI-Kapitalausgaben und Monster-Börsengängen wie SpaceX möglicherweise unterschätzt.Am kommenden Samstag, dem 4. Juli feiern die Vereinigten Staaten den 250. Geburtstag. Passend dazu hat Michael Cembalest, der Chefstratege von J.P. Morgan Asset Management, eine ausführliche Übersicht zum dominierenden Einfluss der USA auf die globalen Finanzmärkte zusammengestellt. Mit zahlreichen Grafiken thematisiert er unter anderem den Status des Dollars als Leitwährung, die Bedeutung von KI für Wirtschaft und Unternehmen sowie das Comeback des Markts für Börsengänge.Die Fussball-Weltmeisterschaft kommt in die entscheidende Phase. Wie in anderen Sportarten kommen auch beim Kampf um das runde Leder immer mehr fortschrittliche Datenanalysen und KI-Dienste zum Einsatz; sei es bei der Taktik von Mannschaften, in der Berichterstattung oder bei Sportwetten. Wie das Tech-Magazin «Rest of World» in dieser Reportage berichtet, werden die Daten dafür oft von Arbeitern in Brasilien, Kambodscha und den Philippinen zusammengestellt, die jede einzelne Bewegung auf dem Platz minutiös erfassen.Und zum Schluss noch dies: Rising UpVon einer definitiven Erholung zu sprechen, wäre verfrüht, doch auch in Los Angeles zeigt der Markt für Gewerbeimmobilien Lebenszeichen. Jüngstes Beispiel ist die 210 Mio. $ teure Transaktion, mit der Capital Group einen prestigeträchtigen Büroturm im Quartier Bunker Hill kauft. Es ist der bisher grösste Deal in der Westküstenmetropole in diesem Jahr, wobei der Fondsanbieter in der Liegenschaft bereits als Hauptmieter residiert.Bank of America Plaza genannt, wurde das 55-stöckige Hochhaus an 333 South Hope Street 1974 fertiggestellt und ist eine der renommiertesten Büroadressen in Downtown L.A. Weitere bedeutende Mieter sind gemäss der «Los Angeles Times» Bank of America selber, das Beratungsunternehmen Analysis Group sowie die Anwaltskanzlei Musick Peeler & Garrett. Capital Group dient das Gebäude schon seit 1978 als Hauptsitz.Der Kauf verdeutlicht einen breiteren Trend: Finanzkräftige Mieter sichern sich vermehrt Liegenschaften zu Discountpreisen. Wie in anderen urbanen Zentren hat der Markt für Büroimmobilien in Los Angeles in den vergangenen Jahren eine schwere Krise durchlebt. Massgeblich verantwortlich dafür waren die Covid-Pandemie und Work-from-Home-Arbeitsmodelle.Die Situation verschärfte sich dadurch, dass mit Brookfield Properties einer der grössten Immobilieninvestoren des Landes eine Reihe von Zahlungsausfällen erlitt. Für das Gebäude in Bunker Hill hatte er 400 Mio. $ an Kredit aufgenommen und konnte seinen Verpflichtungen ab 2024 nicht mehr nachkommen. Der Preis für den monolithischen Wolkenkratzer belief sich einst auf 465 Mio. $, womit Capital Group einen Abschlag von 55% erhält.Gemäss dem Immobilienmakler Jones Lang LaSalle (JJL) befindet sich der Markt für Geschäftsimmobilien in Los Angeles noch immer in der Phase der Bodenbildung. In San Francisco ist der Zyklus etwas weiter fortgeschritten, und andere Grossstädte wie New York, Dallas und Atlanta befinden sich bereits im Aufschwung. In Miami gibt es nach Angaben von JJL sogar schon Anzeichen einer Überhitzung.Die Stabilisierung in L.A. ist vor allem zwei Faktoren zu verdanken. Erstens treten Nutzer von Bürogebäuden verstärkt als Käufer auf. Wie die «Los Angeles Times» auf Basis von Daten des Branchenspezialisten CoStar berichtet, sind sie inzwischen für rund die Hälfte aller Transaktionen verantwortlich. Der Anteil institutioneller Investoren ist im Gegenzug von 45 auf 26% gefallen.Zweitens stützen öffentliche Behörden als Käufer den Markt. Die Stadt Los Angeles zum Beispiel befindet sich in Verhandlungen, um den 35-stöckigen TCW Tower im Bezirk South Park zu übernehmen, wo früher der gleichnamige Bondriese beheimatet war. Künftig soll er vom Personal des städtischen Wasser- und Elektrizitätswerks genutzt werden.Im Zug einer grösseren Transaktion hat der Landkreis Los Angeles County bereits 2024 den Gas Company Tower für 200 Mio. $ erworben. Der Büroturm wurde 2020 auf 632 Mio. $ veranschlagt, womit sich sein Preis um annähernd abgewertet hat.Downtown Los Angeles mit dem Büroturm Bank of America Plaza im Vordergrund.Bild: Bloomberg