Ohne ihn wäre Walter Sedlmayr vielleicht nicht das bis heute prägende Gesicht des Starkbieranstichs am Nockherberg: Hannes Burger, Journalist und Autor, hat von 1982 bis 2003 die Reden für die Fastenprediger geschrieben, ob für Sedlmayr, Max Grießer, Gerd Fischer oder Erich Hallhuber. Als „intellektuell und bissig“ wurden seine Texte bezeichnet und der Münchner selbst gerne mal als heimlicher Star des Derbleckens. Wobei auch vor knapp einem Vierteljahrhundert die Herangehensweise schon dieselbe war wie heute. „Man ist um jede Affäre froh“, sagte Burger im Jahr 2000 zu SZ-Kollegen, und dass sich die Themen natürlich auch nach den Prominenten richten würden, die zur Salvatorprobe erscheinen.Die Predigt hat Burger schon immer fasziniert. Ursprünglich wollte er Pfarrer werden, studierte am Passauer Priesterseminar, ehe er sich dem Journalismus zuwandte, zunächst bei der Münchner Katholischen Kirchenzeitung. Für die Süddeutsche Zeitung arbeitete er dann von 1968 an, wurde Korrespondent in Wien und Prag. Vor allem aber hatten es ihm München und Bayern angetan. In Kolumnen, Kommentaren und Glossen äußerte er sich pointiert und meinungsstark, etwa mit mancher für Bayern wichtigen Definition wie dieser: „Saupreißn sind alle, die sich so verhalten, wie es der Bayer nicht mag.“ Unter anderem schrieb Burger die Filserbriefe für den Münchner Stadtanzeiger, einer damaligen Beilage der SZ, und fiel damit der Paulaner-Brauerei auf. So wurde er zum Ghostwriter der Fastenprediger.Über das Derblecken am Nockherberg hat Burger einmal gesagt, als es um den Ton und Umgang mit den aufs Korn genommenen Politikerinnen und Politikern ging: „Man muss auf die Hühneraugen treten, dass es wehtut, aber nicht so sehr, dass die Politiker aufspringen und heimgehen.“ Ein verbaler Spagat, den nicht alle immer geschafft haben.Nach seiner Zeit als Redenschreiber arbeitete Hannes Burger für Die Welt und die Bayerische Staatszeitung, er war zudem Mitglied der Münchner Turmschreiber. Für seine jahrelangen Verdienste um das Wort erhielt er den Ernst-Hoferichter-Preis und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Nun ist Hannes Burger im Alter von 89 Jahren gestorben.