Elizabeth Leon, Überlebende des Erdbebens:»Seit zwölf Tagen warte ich hier darauf, sie lebend herauszuholen – so Gott es will – oder zumindest ihre Leichen. Wir wissen genau, wo sie sind.«Elizabeth Leon sucht ihren Neffen. Und die Stiefmutter ihres Bruders.Elizabeth Leon, Überlebende des Erdbebens:»Wir vertrauen Gott, dass wir sie lebend finden – denn die Räume riechen noch nicht schlecht.«Immer tiefer graben sich Angehörige und Rettungsmannschaften durch die Trümmer. Mit Hämmern und bloßen Händen suchen sie auch knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Beben in Venezuela nach Überlebenden – es geht langsam voran, schweres Bergungsgerät ist in dem verarmten Land Mangelware. Dieser zusammengestürzte Wohnkomplex im Bundestaat La Guaira war früher ein soziales Vorzeigeprojekt der Chavez-Regierung, jetzt ist er ein Grab. Die offizielle Zahl der Todesopfer im ganzen Land liegt mittlerweile bei über 3500.Unidentifizierte Tote werden unterdessen in Massengräbern wie hier in La Esperanza bestattet.Elis Zabala, Gemeindesprecher: »Die Gräber sind von weißen Steinen umgeben, um sie von den anderen Gräbern abzuheben, damit Angehörige kommen und eine Messe abhalten oder der Toten gedenken können.«Elizabeth Leon hofft, ihre Verwandten noch lebend zu finden – und dann um die Toten trauern zu können.Elizabeth Leon, Überlebende des Erdbebens:»Wir haben meine Eltern beerdigt. Meine Schwester hat ihren Mann verloren. Wir möchten in Würde trauern.«