Stand: 02.07.2026 • 16:10 Uhr

Mehr als 2.000 Tote sind nach dem Erdbeben in Venezuela geborgen, Zehntausende werden vermisst. Die Katastrophe zwingt Angehörige und Helfer in den schmerzhaften Spagat zwischen bitterer Logistik und dem Bedürfnis nach einem würdigem Abschied.

Von Anne Demmer, zzt. La Guaira

Eine Leiche reiht sich an die nächste. Verpackt in Plastikhüllen, die den Geruch zurückhalten sollen. Doch der Verwesungsgeruch liegt trotzdem in der Luft. Eine Freifläche am Hafen von La Guaira, unmittelbar neben den Schiffscontainern, wurde kurzfristig zu einer improvisierten Leichenhalle unter freiem Himmel umgewandelt.

Drei historische Getreidesilos ragen in den blauen Himmel. Es ist gegen acht am Morgen. Johann Pérez koordiniert den provisorisch eingerichteten Ort. Die Leichen wurden zunächst in einem Krankenhaus gesammelt. "Aber da es sich um eine Gesundheitseinrichtung handelt, haben wir versucht, sie anschließend hierher zu verlegen, damit das Krankenhaus nicht kontaminiert wird", erklärt der Forensiker und Polizist.