Zwischen Berliner Techno-Szene und italienischem Glamour: Die Musikerin Domiziana bringt Welten zusammen, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Aufgewachsen zwischen Freiburg im Breisgau, Sizilien und Berlin, feierte die 1997 geborene Sängerin 2022 mit ihrem Hyperpop-Hit „Ohne Benzin“ den großen Durchbruch und hat sich seither als eine der prägendsten und wandlungsfähigsten Stimmen der modernen deutschen Musiklandschaft etabliert. Am Rande der Berlin Fashion Week, kurz vor der Show des Berliner Labels Haderlump am Samstagabend, haben wir Domiziana in der eleganten Lobby des Hotel Adlon getroffen. Ein Gespräch über das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen, ihre modischen Stilvorbilder und warum es für sie bald Zeit für einen ganz neuen, italienischen Sound wird.
Sie stehen gleichzeitig für die italienische, aber auch für die typische Berlin-Ästhetik. Wo sehen Sie denn die Parallelen zwischen italienischer und Berliner Mode?Ich finde ehrlich gesagt, dass die beiden Welten ziemlich gegensätzlich sind. Auf der einen Seite hast du das Italienische, das sehr traditionell und institutionalisiert ist. Berlin dagegen ist total avantgardistisch und brutalistisch. Ich lebe genau in diesem Kontrast und liebe das Spannungsfeld dazwischen. Ich würde mir für die Berliner Mode wünschen, dass sie irgendwann einen ähnlichen Ruf wie Italien bekommt und mit der entsprechenden Anerkennung einhergeht.Viele Parallelen sehe ich also nicht, aber vielleicht ist das auch gut so. Hätten wir in Berlin dieselben großen Modehäuser wie in Italien, würden hier wahrscheinlich nicht mehr so viele coole Sachen passieren, die aus dem Underground kommen. Die Szenen dürfen also ruhig getrennt bleiben. Ich wünsche mir einfach nur mehr Unterstützung und Anerkennung für das, was wir hier tun.






