Die Sonne knallt ganz schön. Doch Christel Asari (68) scheinen die sommerlichen Temperaturen nichts auszumachen. „Ich kenne das ja“, sagt sie lachend, verweist auf ihre Herkunft: „Ich bin 1975 aus Ghana, aus der Stadt Kumasi, nach Berlin gekommen.“ Und geblieben. Den Karneval der Kulturen kenne sie seit dessen Anfangsjahren. „Da bin ich auch mitgelaufen, in einer Gruppe ghanaischer Frauen.“ Und mit „großer Angst“. Was auch heute noch nachvollziehbar ist.

Erinnerung an dunkle Zeiten

Denn als der Karneval der Kulturen 1996 erstmals gefeiert wurde, war Berlin eine andere Stadt. Nach der Wiedervereinigung erschütterte rechte Gewalt das Land. Asari nennt Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Hoyerswerda und Solingen. „Die Bilder in den Nachrichten haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Bis heute sehe ich sie vor mir“, sagt sie. Und sie hoffe, „dass sich so etwas nicht wiederholt“.

Der Karneval bietet auch noch am Nachmittag viel.

© Markus Wächter