PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBildungserfolgHamburgs Abiturienten feiern Rekordjahr – aber die Opposition sieht Warnsignale in wichtigen FächernStand: 16:14 UhrLesedauer: 3 MinutenIn Hamburg haben in diesem Jahr 9576 Schüler ihr Abitur gemacht.Quelle: Sina Schuldt/dpaMehr Absolventen, bessere Noten, neue Zweifel: Hamburg meldet ein Erfolgsabitur. Schwache Ergebnisse in Deutsch und Mathematik liefern der Opposition jedoch Munition für eine Grundsatzdebatte über Schulpolitik.Hamburg verzeichnet in diesem Jahr so viele erfolgreiche Abiturienten wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Nach Angaben der Schulbehörde bestanden 9576 Schüler die Abiturprüfungen – 302 mehr als im Vorjahr. Die Bestehensquote stieg von 94,5 auf 95,8 Prozent, der Notendurchschnitt verbesserte sich im dritten Jahr in Folge leicht auf 2,34.Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) sprach von „guten Nachrichten für alle Absolventen“ und gratulierte den Schülern zu ihren Abschlüssen. Die Entwicklung sei auch vor dem Hintergrund einer stärkeren bundesweiten Vergleichbarkeit der Prüfungen erfreulich. „Eine höhere Vergleichbarkeit der Abiturleistungen in ganz Deutschland ist der richtige Weg“, erklärte Bekeris.Lesen Sie auch252 Mal wurde in diesem Jahr die Bestnote 1,0 vergeben, nach 231 Mal im Vorjahr. Knapp 30 Prozent aller Abiturienten erreichten einen Einser-Schnitt. An den Gymnasien lag die durchschnittliche Abiturnote bei 2,22, an den Stadtteilschulen bei 2,53. Die besten Durchschnittsnoten unter den staatlichen Gymnasien erzielten das Christianeum (1,90), die Gelehrtenschule des Johanneums (1,95) und das Helene-Lange-Gymnasium (1,96). Unter den Stadtteilschulen lagen die Stadtteilschule Winterhude (2,06), die Stadtteilschule Bergedorf (2,14) und die Max-Brauer-Schule (2,28) vorn.Weniger gut fallen die Ergebnisse einzelner schriftlicher Prüfungen aus. In Deutsch erreichten die Abiturienten im Schnitt die Note 3,08, in Mathematik 2,83. Während sich Deutsch gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserte, fiel Mathematik deutlich hinter den außergewöhnlich guten Vorjahreswert zurück. Die Schulbehörde spricht von einer „Rückkehr auf das Niveau früherer Jahre“.Die Opposition sieht das gänzlich anders. Zur Einordnung: Hamburg gehörte noch vor Jahren zu den Bundesländern, deren Schüler in vergleichenden Studien, unterdurchschnittlich gut abschnitten – vor allem in Hauptfächern. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Birgit Stöver, bezeichnete die Ergebnisse in Deutsch und Mathematik als „deutliches Warnsignal“. Durchschnittsnoten von 3,08 und 2,83 seien „besorgniserregend“. Rot-Grün schaffe es seit Jahren nicht, „die Vermittlung der Kernkompetenzen sicherzustellen“, sagte Stöver. Lesen, Schreiben und Rechnen müssten bereits nach der Grundschule sicher beherrscht werden.Lesen Sie auchNoch schärfer äußerte sich der schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Benjamin Mennerich. „Diese Zeugnisse offenbaren das Versagen des rot-grünen Senats“, erklärte er. Hohe Abschlussquoten bei gleichzeitig schwachen Leistungen in Mathematik und Deutsch verschärften gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme. „Leistung muss zählen.“Auch die Ergebnisse der Schulabschlüsse ESA (Erster Schulabschluss) und MSA (Mittlerer Schulabschluss) geben Anlass zur Diskussion. Beim ESA erreichten die Prüflinge in Mathematik im Schnitt die Note 4,45, in Deutsch 4,18. Beim MSA lag die Durchschnittsnote in Mathematik bei 4,06, in Deutsch bei 3,62. Die Behörde bezeichnet die Ergebnisse insgesamt als vergleichbar mit den Vorjahren. Zugleich verweist sie darauf, dass die Leistungen bei ESA und MSA weiterhin deutlich schwächer ausfallen als vor der Corona-Pandemie. „Sie sind vergleichbar auch in dem Sinne, dass wir uns Sorgen machen“, sagte Bekeris.In ihrer Mitteilung verweist die Schulbehörde auf nationale und internationale Bildungsstudien, die insbesondere an nicht-gymnasialen Schulformen Kompetenzrückgänge festgestellt hätten. Ziel bleibe es, Schüler auch aus benachteiligten Stadtteilen zu erfolgreichen Abschlüssen zu führen. Bekeris verweist dabei auf das Startchancen-Programm des Bundes und der Länder. Zum Schuljahr 2025/26 wurden zudem die ESA- und MSA-Prüfungen überarbeitet. Nach Angaben der Behörde sollen sie stärker an den Kompetenzen und Bildungswegen der Schüler ausgerichtet sein. Die endgültigen Abschlusszahlen für ESA, MSA und die beruflichen Schulen werden mit der Schuljahresstatistik veröffentlicht.juve