PfadnavigationHomeRegionalesHamburgDritter Platz bei bundesweitem RankingWie Hamburg sich an die Spitze des Bildungsmonitors kämpfteVeröffentlicht am 09.09.2025Lesedauer: 3 MinutenHamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) besucht eine Lernferiengruppe.Quelle: Christian Charisius/dpaTrotz Zuwanderung und Lehrermangel hat Hamburg in den vergangenen 15 Jahren eine echte Aufholjagd hingelegt. Lag die Stadt beim bundesweiten Bildungsmonitor einst weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen, belegt sie jetzt den dritten Platz.Im aktuellen Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) behauptet sich Hamburg erneut und belegt den dritten Platz. Doch was steckt hinter diesem Erfolgskurs im bundesweiten Vergleich? Und was macht die Hansestadt besser als viele andere? Offenbar zahlt sich der flächendeckende Ausbau der schulischen Ganztagsangebote aus, der bereits in 2012 erfolgte, aber auch die Verbesserung der Lernleistungen gerade im Bereich Lesen und Sprache sowie Englisch. Hamburgs Schulsystem legt nämlich auch in Punkten stärker zu als alle anderen Länder und schließt bis auf zwei Punkte sogar zum zweitplatzierten Bayern auf. „Das wäre vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, 2010 lag Hamburg noch auf Platz 11. Dafür haben wir viel getan“, resümiert Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD). Lesen Sie auchBemerkenswert ist dieser Erfolg insbesondere deshalb, weil Hamburg als Staatsstaat erhebliche Herausforderungen zu stemmen hat. Da wäre etwa der massive Zuzug mit einem bundesweiten Rekordwert beim Schülerzahlwachstum, aber auch der fortlaufend ansteigende Anteil von Schülern ohne deutsche Familiensprache (aktuell 34,6 Prozent) begleitet von einem massiven Lehrkräftemangel, der inzwischen weitgehend behoben werden konnte. Die strukturell vergleichbaren Stadtstaaten liegen auf Platz 11 (Berlin) und Platz 16 (Bremen). Die jährliche Vergleichsstudie bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und thematisch breit gefächerten Indikatoren inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, Fachkräfte bindet und Wachstum fördert. Stärken weist Hamburg aus Sicht der Wissenschaftler bei den Handlungsfeldern mit so kryptischen Beschreibungen wie Internationalisierung, Betreuungsrelationen (jeweils 1. Platz), Input-Effizienz, Förderinfrastruktur (jeweils 2. Platz) und berufliche Bildung (4. Platz) auf. Doch was bedeutet das konkret?Lesen Sie auchIn der Kategorie Internationalisierung etwa wird untersucht, wie breit das Fremdsprachenangebot an den Schulen eines Landes ist und wie es angenommen wird. Fast alle Grundschülerinnen und Grundschüler in Hamburg (98,8 Prozent) wurden im Jahr 2023 in Fremdsprachen unterrichtet (der Bundesdurchschnitt liegt bei 52,7 Prozent). Der Anteil der Berufsschülerinnen und Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2023 in der Hansestadt 95,4 Prozent (hier liegt der Bundesdurchschnitt bei 51,6 Prozent). Etwas unterdurchschnittlich fällt mit 11,4 Prozent der Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer an allen Studierenden an Hochschulen aus (im Bundesdurchschnitt beträgt er 13,6 Prozent). Lesen Sie auchIm Bewertungsfeld Input-Effizienz (Bildungsmonitor 2025: 2. Platz) zeigt sich, dass in Hamburg die Mittel für die Schulen relativ effizient eingesetzt werden. So weist die Stadt hohe Sachausgaben auf, die aber relativ zu den Gesamtausgaben sind. Das ist in anderen Ländern nicht so. Und offenbar sind in Hamburg mehr Lehrer zufrieden mit ihrem Beruf als anderswo. Hier verließen weniger Lehrkräfte die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit als im Durchschnitt über alle Bundesländer (Hamburg: 15,0 Prozent; Bundesdurchschnitt: 20,3 Prozent).