Stand: 07.07.2026 • 14:57 Uhr

Vor 80 Jahren wurde der Bikini öffentlich vorgestellt. Im Film machte er Frauen oft zum Sexobjekt. Für Feministinnen wurde er dennoch zum Symbol körperlicher Selbstbestimmung. Braucht es den Zweiteiler heute noch?

Von Dominic Konrad, SWR Kultur

Am 1. Juli 1946 um 9:00 Uhr Ortszeit detoniert auf dem Bikini-Atoll die erste Atombombe der Nachkriegszeit. Insgesamt 23 Atomtests lässt das US-Militär hier in den 1940er- und 1950er-Jahren durchführen. Die mehr als 160 Einwohner der Bikini-Inseln werden mehrfach zwangsumgesiedelt, in ihre Heimat sollten sie nie mehr zurückkehren.

Aus heutiger Sicht wirkt es makaber, dass ausgerechnet jenes Atombombentestgebiet als Namenspatron einer vieldiskutierten Bademode in die Modegeschichte eingehen wird. Vier Tage nach der ersten Detonation im Pazifik stellt der gelernte Baumaschineningenieur Louis Réard im Piscine Molitor, einem Pariser Stadtbad, den zweiteiligen Badeanzug vor, dem er werbewirksam den exotischen Namen "Bikini" gab. Das Atomzeitalter steht 1946 für Fortschritt, der Bikini soll denselben Aufbruch suggerieren.