Die im Fall Fabian angeklagte Gina H. hat Fabians Vater wenige Monate vor der mutmaßlichen Tat vorgeworfen, sie unter Druck zu setzen. Am Dienstag wurde vor dem Landgericht Rostock eine Sprachnachricht an den damaligen Partner der Dreißigjährigen abgespielt. Sie stammt vom 27. März vergangenen Jahres. „Du weißt ganz genau, wie du mich erpressen kannst“, sagt Gina H. „Wenn du mich nicht mehr finanziell unterstützt, würde ich alles verlieren.“Der Staatsanwaltschaft Rostock zufolge soll Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 an einem abgelegenen Tümpel in der Mecklenburgischen Seenplatte mit sechs Messerstichen getötet und seinen Leichnam angezündet haben. Die Angeklagte war mit Fabians Vater, Matthias R., mehr als vier Jahre lang zusammen. Im August 2025 brach R. in einer Freundin-oder-Sohn-Entscheidung mit der Angeklagten. Wenig später war Fabian tot.„Das Einzige, womit ich arbeiten könnte, wäre mit meinem Körper“Gina H.s nun geäußerte Geldsorgen stützen das Motiv der Anklage, wonach sie Fabian aus der „vagen Hoffnung auf Wiederaufnahme einer für sie auch monetär vorteilhaften Beziehung“ getötet haben soll. Laut mehrerer vergangener Zeugenaussagen bezog Gina H. rund 1200 Euro Erwerbsminderungsrente. Dazu kam den Ermittlern zufolge Kindergeld für Gina H.s leiblichen Sohn.In einer anderen Sprachnachricht erkundigte sich die Dreißigjährige bei einem Fotografen aus Güstrow über dessen Kenntnisse zur Erotik-Bezahlplattform Only Fans. „Das Einzige, womit ich arbeiten könnte, wäre mit meinem Körper“, sagte die Angeklagte. Dadurch könne sie womöglich ein Stück weit Unabhängigkeit gewinnen. Matthias R. solle davon erst einmal nichts erfahren.An den vergangenen beiden Prozesstagen wählten mehrere Freunde respektive ehemalige Freunde Worte wie „herrschsüchtig“, „manipulativ“ und „eifersüchtig“, um die Angeklagte zu beschreiben. Da es keine handfesten Beweise gibt, versucht die Staatsanwaltschaft, sich auf anderen Wegen der Wahrheit anzunähern.Auch Fabians Vater sorgte sich um Geld. Das sagte er in einer Sprachnachricht an die Angeklagte im Juli 2025. Sein Konto werde „wieder im Minus sein“, er werde wieder „samstags, sonntags, im Urlaub“ arbeiten müssen. Zwar wolle er nicht, dass die Reiterin Gina H. ihre Pferde verkaufen müsse. Doch er wisse langsam nicht mehr weiter. Kurze Zeit später trennte er sich von Gina H.Diese ließ sich auch am 18. Prozesstag vor Gericht nicht ein.
Gina H. im Prozess: Sprachnachricht stützt Motiv
Gina H. und Fabians Vater stritten ständig über Geld. Aus einer vor Gericht abgespielten Sprachnachricht wird nun klar: Gina H. fühlte sich unter Druck gesetzt – und stützt damit das vermutete Motiv der Anklage.







