PfadnavigationHomePanoramaGetöteter 8-JährigerStaatsanwaltschaft ermittelt gegen Fabians Vater wegen Verdachts der FalschaussageStand: 13.05.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Angeklagte wartet im Saal des Landgerichts auf die Fortsetzung des MordprozessesQuelle: Bernd Wüstneck/dpaSeit gut zwei Wochen wird vor Gericht in Rostock gegen Gina H. verhandelt. Die 30-Jährige soll Fabian (8), den Sohn ihres damaligen Ex-Freundes, getötet haben. Inzwischen sind der Vater und die Angeklagte wieder ein Paar. Nun ermitteln die Behörden gegen ihn.Die Rostocker Staatsanwaltschaft verdächtigt den zuletzt als Zeugen vernommenen Vater des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow der Falschaussage. Es seien entsprechende Ermittlungen gegen ihn eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack in einer Erklärung zu Beginn des vierten Verhandlungstages. Der 35-Jährige war am 30. April und am 5. Mai rund eineinhalb Tage intensiv vernommen worden. Seit Ende April läuft die Hauptverhandlung im Mordprozess gegen die 30‑jährige Gina H., die den Jungen laut Anklage im vergangenen Oktober getötet haben soll. Die langjährige Beziehung zum Vater und deren Beendigung sollen dabei eine Rolle gespielt haben. Der Vater, der bereits stundenlang in der Verhandlung befragt worden war, hatte zuletzt gesagt, er und die seit November 2025 in U‑Haft sitzende Frau seien inzwischen wieder ein Paar. Er glaube an die Unschuld der Frau. Diese schweigt bislang in dem Prozess.Lesen Sie auchEs sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne, betonte Nowack mit Blick auf vorherige Vernehmungen des Vaters unter anderem bei der Polizei. Er sei auch nicht nachzuvollziehen, warum er wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe. Die Angeklagte habe entsprechend auf ihn eingewirkt. Sie habe eine Wiederaufnahme der Beziehung angestrebt. Nach der Vernehmung von Fabians Vater sei festzustellen, dass ihr das gelungen sei. Der Zeuge sei zudem nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert, denn er habe die Möglichkeiten der Akteneinsicht sowie einer Teilnahme als Nebenkläger nicht genutzt. Der vierte Verhandlungstag begann im Saal 2.002 um 11.00 Uhr, zwei Stunden früher als ursprünglich geplant. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch und das öffentliche Interesse weiterhin groß. Das Gericht spielte über zwei Stunden lang Aberdutzende Chat-Sprachnachrichten ab, die die Angeklagte nach der Trennung im August 2025 an Fabians Vater schickte. Lesen Sie auchIn den Audioaufnahmen ging es vor allem darum, dass die Angeklagte die Trennung nicht akzeptierte und Fabians Vater zu ihr zurückkehren solle. Sie berichtete in den Sprachnachrichten auch von zwei Selbstmordversuchen und warf ihrem damaligen Ex-Freund vor, ihr Leben zu zerstören. Es ging in den Chats um Liebe, Trennung, Vorwürfe der Lüge und Eifersucht. In den meisten Chats weinte die Anklagte, die laut Chatnachricht wegen psychischer Probleme seit Jahren Berufsunfähigkeitsrentnerin ist. „Fabian war ein guter Freund von mir“Als Zeugen wurden am Nachmittag unter anderem Fabians Klassenlehrerin an der Grundschule sowie die Mutter von Fabians bestem Freund vernommen. Auch ein Freund von Fabian wurde angehört, der aber über eine Videoschalte aus einem Nebenzimmer im Gericht zugeschaltet wurde.Die Mutter von Fabians Freund sagte aus, dass Fabian oft spät nach Hause fuhr, weil dessen Mutter mit Freunden feiern gewesen sei. Fabian habe gar nicht nach Hause gewollt. Den Umgang der Mutter mit Fabian beschrieb sie als „lieblos“. Lesen Sie auchDie Vernehmung des minderjährigen Freundes von Fabian konnte die Öffentlichkeit auf der großen Leinwand im Saal mitverfolgen, ohne dass der Junge aber das Publikum sah. „Fabian war ein guter Freund von mir“, sagte er. Wie würde er Fabian beschreiben, wird er von Richter Holger Schütt gefragt. „Klein, dick, bisschen frech“, antwortete der Junge. Er und Fabian hätten viel Zeit mit „Zocken“ – Computerspielen am Handy – verbracht.Einschließlich des vierten Verhandlungstages stehen bis zum 2. Juli noch 14 Termine an. Der Prozess begann am 28. April. Allerdings kündigte der Vorsitzende Richter Holger Schütt an, dass weitere Verhandlungstermine notwendig würden. Noch heute will die Schwurgerichtskammer mit den Prozessbeteiligten zusätzliche zehn Prozesstage vereinbaren.dpa/jm/sebe
Fall Fabian (8): Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vater wegen Verdachts der Falschaussage - WELT
Seit gut zwei Wochen wird vor Gericht in Rostock gegen Gina H. verhandelt. Die 30-Jährige soll Fabian (8), den Sohn ihres damaligen Ex-Freundes, getötet haben. Inzwischen sind der Vater und die Angeklagte wieder ein Paar. Nun ermitteln die Behörden gegen ihn.










