Es war wahrscheinlich schon jetzt der denkbar merkwürdigste Auftritt des Jahres. Als Ikkimel am Montagmorgen um 8.55 Uhr auf der „ZDF-Morgenmagazin“-Bühne stand, schien für die Zuschauerinnen und Zuschauer die Welt zwei Minuten lang stillzustehen. Zumindest entstand dieser Eindruck, wenn man sich die vielen perplexen Gesichter im Publikum anschaute: aufgerissene Augen, Stirnrunzeln, verhaltenes Lächeln. Niemand bewegte sich zur Musik oder wippte mit – weder alt noch jung.
Passend zur Fußball-WM trat die polarisierende Berliner Rapperin mit ihrem Song „Fußballmänner, alles Penner“ auf, in dem sie wie gewohnt provoziert und gängige Fußballklischees mit Sex und Rollenbildern vermischt. Darin singt sie unter anderem: „Fußballmänner, alles Penner. Bierbauch, Bratwurst, leckerschmecker“ oder „Latten-Kracher, Merte-Sucker, Tiki-Taka in ’nem Tanga“ – Inhalte, mit denen das „Moma“-Publikum offensichtlich nur wenig anzufangen wusste.
Kritik, Ironie und jede Menge Fremdscham
Wie die 29-jährige Musikerin nach ihrer Performance selbst zugab, war der Auftritt auch für sie ein Ausflug in die echte „Unterwelt“. In einer Instagram-Story schrieb sie: „Schnitt aus der Hölle.“ Doch Ikkimel schien bereits im Vorfeld zu ahnen, was auf sie zukommen würde: Anders als ihre eigenen Fans, die vermutlich zwischen 18 und 24 Jahre alt sind, bezeichnete sie das Publikum auf den orange-roten Rängen des „Morgenmagazin“-Studios schon vorab als eine Mischung aus „Schulklasse und Ü50“. Aber nicht nur Ikkimel selbst meldete sich nach ihrem irritierenden Auftritt zu Wort, um ihr Schamgefühl kundzutun. Vor allem in den sozialen Medien wurde die Show vielfach geteilt und kommentiert. Der Tenor: irgendwo zwischen ernstgemeinter Kritik, Ironie und jeder Menge Fremdscham.











