Die kanadische Regierung hat sich laut einem Medienbericht im Wettbewerb um den Bau von zwölf neuen U-Booten für die kanadische Marine für den deutschen Anbieter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) entschieden. Wie die kanadische Zeitung Globe and Mail am Montag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Quellen berichtete, will Premierminister Mark Carney die Entscheidung noch am selben Tag in Halifax bekanntgeben, bevor er zum Nato-Gipfel in der Türkei reist. TKMS setzte sich demnach gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durch.
Rückt Kanada näher an Europa?
Ein hochrangiger Vertreter der Bundesregierung sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin, eine Entscheidung zugunsten von TKMS wäre ein guter Ausgangspunkt für eine langfristige strategische Zusammenarbeit und würde Ottawa näher an Europa heranrücken. Dies hätte „eine echte transatlantische Dimension“, sagte der Beamte. Bundeskanzler Friedrich Merz habe in den vergangenen Wochen und Monaten erheblichen politischen Einsatz für das Geschäft gezeigt.
Der Auftragswert für die zwölf U-Boote wird laut Globe and Mail auf 20 bis 30 Milliarden kanadische Dollar (rund 13 bis 19 Milliarden Euro) geschätzt, hinzu kämen 40 bis 50 Milliarden kanadische Dollar (rund 25 bis 32 Milliarden Euro) für Betrieb, Wartung und Modernisierung. Bloomberg berichtete unter Verweis auf Schätzungen, das Gesamtvolumen könne über die Laufzeit hinweg mehr als 100 Milliarden kanadische Dollar (rund 63 Milliarden Euro beziehungsweise 70 Milliarden US-Dollar) erreichen.










