Nach Warnungen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vor einer Weitergabe geheimer Informationen an eine mögliche AfD-Landesregierung fordern Sicherheitspolitiker Konsequenzen. „Minister Pistorius benennt hier ein reales Problem, kein politisches Störfeuer“, sagte der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Marc Henrichmann (CDU), dem „Handelsblatt“.Henrichmann habe auf die Nähe von Teilen der AfD zu russischen Netzwerken hingewiesen, berichtet das „Handelsblatt“. Diese reiche von parlamentarischen Anfragen in den Landesparlamenten über „fragwürdige“ Treffen mit Vertretern Russlands in der Botschaft bis zu Mitarbeitern mit Kontakten zum russischen Geheimdienst.„Wer geheimhaltungsbedürftige Informationen erhält, muss zweifelsfrei loyal zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“, zitiert das „Handelsblatt“ den CDU-Politiker. „Ob Verteidigung, Inneres oder Auswärtiges Amt: Überall dort, wo mit Verschlusssachen gearbeitet wird, müssen wir sicherstellen, dass diese Informationen nur dem Interesse der Bundesrepublik dienen.“ Warnung auch aus der SPD Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, fordert dem Bericht zufolge, Ministerinnen und Minister einer möglichen zukünftigen AfD-Regierung von nachrichtendienstlichen Informationen abzuschneiden. „Alles andere wäre eine erhebliche Gefahr für unser Land und die Europäische Union“, sagte er dem „Handelsblatt“. „Die Kollaboration mit Russland ist derart offensichtlich, dass man hieraus die große Gefahr ableiten kann.Auch aus der Opposition erhielt Pistorius für seine Warnung Unterstützung. „Die AfD ist der parlamentarische Arm Moskaus in Deutschland“, sagte Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dem „Handelsblatt“. „Die Gefahr des Abflusses hochsensibler Daten an ein uns feindlich gesonnenes diktatorisches Regime ist leider äußerst real.“ Von Notz ist Vizevorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags. Die Sitze der AfD in dem Gremium sind vakant, da deren Kandidaten keine parlamentarische Mehrheit erhalten hatten. Nähe der AfD zum russischen Präsidenten Wladimir Putin Pistorius hatte der „Bild am Sonntag“ gesagt, ein möglicher Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September mache ihm „allergrößte Sorgen“. Er bejahte die Frage, ob er größte Bauchschmerzen hätte, einem AfD-Minister geheime Informationen zu übermitteln. „Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang zu geheim eingestuften Informationen geben können“, sagte Pistorius. „Dazu sind wir verpflichtet, weil es um die Sicherheit unseres Landes geht.“Was passiert, wenn Rechtsextremisten in Verantwortung kommen, haben wir in Österreich erlebt.Grünen-Fraktionsvize Konstantin von NotzDie Nähe der AfD zum russischen Präsidenten Wladimir Putin sei nicht zu übersehen. Informationen dürften nicht in die falschen Hände geraten. Gewöhnlich tauschen sich die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern eng aus.Von Notz forderte, der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung müsse sich mit der Thematik beschäftigen. „Was passiert, wenn Rechtsextremisten in Verantwortung kommen, haben wir in Österreich erlebt“, sagte von Notz. Medien hatten von dem Verdacht berichtet, dass in Zeiten des von der FPÖ geführten Innenministeriums Daten von mehr als 30.000 Beschäftigten österreichischer Sicherheitsbehörden an Russland übermittelt worden seien.Zudem war im Mai der ehemalige Chefinspektor des österreichischen Verfassungsschutzes wegen Spionage für Russland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Es handelte sich um einen der größten Geheimdienstskandale in Österreich. (Reuters, Tsp)
„Kollaboration mit Russland ist offensichtlich“: Sicherheitspolitiker fordern konkrete Vorkehrungen für möglichen AfD-Wahlsieg
Die Nähe der AfD zu Russland beschäftigt die Sicherheitsbehörden. Nach einer Warnung des Verteidigungsministers Pistorius fordern Politiker mehrerer Parteien Konsequenzen.












