Mehr als 7000 Frauen und mehr als 2000 Männer erkranken jährlich in Deutschland an einer Krebsart, die durch Humane Papillomviren (HPV) bedingt ist. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren, die überwiegend durch Kontakt mit infizierter Haut oder Schleimhaut übertragen werden, insbesondere bei sexuellen Kontakten. Eine Infektion bleibt oft unbemerkt. Jahre später kann sie aber verschiedene Krebsarten verursachen: Bei Frauen ist das meistens Gebärmutterhalskrebs, bei Männern handelt es sich besonders häufig um Tumore im Mund- und Rachenraum.Davor kann eine Impfung gegen HPV schützen, sie wird auch von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Mit der Impfwoche, die von 3. bis 12. Juli stattfindet, will die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention daher auf die Bedeutung der Impfung aufmerksam machen. Das Münchner Gesundheitsreferat beteiligt sich ebenfalls an der Aktion: Von 6. bis 10. Juli bietet die Stadt ein kostenloses, zusätzliches Impfangebot.Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahr können sich in der Impfstelle des Gesundheitsreferats an der Schwanthalerstraße 69, Zimmer 512, beraten und gegen HPV impfen lassen. Ein Termin ist dafür nicht nötig. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr. Eltern werden gebeten, ihre Kinder zu begleiten. Benötigt werden ein Ausweisdokument, ein Krankenversicherungsnachweis sowie – sofern vorhanden – der Impfausweis beziehungsweise die Impfdokumentation.Auch Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek verweist auf die Bedeutung der Impfung, die einen „sehr wirksamen Schutz vor verschiedenen Krebserkrankungen“ biete. Wichtig sei, sich möglichst vor dem ersten Sexualkontakt impfen zu lassen, denn eine Ansteckung sei schon beim ersten Mal möglich. „Je früher geimpft wird, desto besser kann die Impfung wirken“, so Zurek. Damit schütze man nicht nur sich selbst, sondern auch zukünftige Partnerinnen und Partner.SZ MagazinGesundheit:»Den Krebs, der durch HPV ausgelöst wird, bemerkt man kaum«An Gebärmutterhalskrebs sterben weltweit jährlich 350.000 Frauen, dabei ließe er sich mit besseren Impfquoten gegen Humane Papillomaviren ausrotten. Gynäkologin Mandy Mangler erklärt, warum der Krebs meist zehn bis 20 Jahre nach der Infektion entsteht, auch Männer an HPV-Krebsarten sterben – und Genitalwarzen ein Warnzeichen sind.Langfristig könne sich so auch die Zahl der HPV-bedingten Krebserkrankungen in Deutschland verringern, heißt es aus dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.Nach der ersten Impfung ist zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr noch eine weitere vorgesehen, ab dem 15. Lebensjahr sind insgesamt drei Impfdosen nötig. Wer die Aktion des Gesundheitsreferats verpasst, kann die Impfung trotzdem auch danach noch kostenlos bekommen: Bis zum vollendeten 17. Lebensjahr übernehmen alle Krankenkassen die Kosten, manche als freiwillige Leistung auch noch im Erwachsenenalter. Weitere Informationen zur HPV-Impfung gibt es unter impfen-info.de.