PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSeltene InfektionWarum Hamburgs Obdachlose dringend geimpft werden solltenStand: 14:32 UhrLesedauer: 2 MinutenQuelle: Marcus Brandt/dpaEin aggressiver Bakterien-Erregerstamm grassiert unter Obdachlosen in mehreren Städten Deutschlands. Hamburg setzt nun auf Impfungen am Hauptbahnhof. Behörden prüfen, ob das niedrigschwellige Angebot den Ausbruch endlich stoppt.Nach fünf Todesfällen und mehr als 30 Infektionen mit einer seltenen bakteriellen Erkrankung unter Obdachlosen deutschlandweit soll der Ausbruch endgültig eingedämmt werden. Hamburg, wo die meisten der Infektionen ihren Ursprung zu haben scheinen, weitet eine seit Längerem laufende Impfkampagne für obdachlose Menschen und Drogenkonsumenten aus. Erstmals soll die Schutzimpfung von Montag an direkt im Umfeld des Hauptbahnhofs angeboten werden. Die Sozialbehörde reagiert damit auf die Sorge, dass besonders gefährdete Menschen über bestehende Hilfsangebote nicht erreicht werden.Seit Ende 2024 wurden nach Angaben der Behörde 37 Erkrankungen mit dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) registriert. Fünf Menschen starben an den Folgen der Infektion, mehrere weitere mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Die meisten Betroffenen lebten in Hamburg oder hielten sich dort zeitweise auf. Das Robert Koch-Institut (RKI) verfolgt die Entwicklung bundesweit und beschreibt den Fall als ungewöhnlich: Durch genetische Untersuchungen konnte bei 32 Erkrankten ein eng verwandter Erregerstamm nachgewiesen werden.Lesen Sie auchDie nun angekündigte Impfaktion am Steintorplatz richtet sich vor allem an Menschen, die auf der Straße leben oder Drogen konsumieren. Hamburg bietet die Impfung zwar bereits seit August vergangenen Jahres kostenlos in Suchthilfeeinrichtungen und Schwerpunktpraxen an. Nach Einschätzung der Behörden werden über diese Angebote jedoch nicht alle Menschen aus der besonders gefährdeten Gruppe erreicht. Deshalb soll das Impfangebot nun direkt dorthin gebracht werden, wo sich viele Betroffene aufhalten.Hib-Erkrankungen sind in Deutschland selten. Seit Jahrzehnten gehört die Impfung zu den Standardimpfungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Das Bakterium kann schwere Lungenentzündungen, Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen auslösen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Erkrankungen oder schwierigen Lebensbedingungen.Für die Allgemeinbevölkerung sehen die Gesundheitsbehörden weiterhin kein erhöhtes Risiko. Die registrierten Fälle betreffen bislang fast ausschließlich obdachlose Menschen und Drogenkonsumenten. Das RKI begleitet die Hamburger Impfaktion wissenschaftlich und will untersuchen, wie viele Menschen das Angebot annehmen und welche Gründe für oder gegen eine Impfung sprechen.juve
Seltene Infektion: Warum Hamburgs Obdachlose dringend geimpft werden sollten - WELT
Ein aggressiver Bakterien-Erregerstamm grassiert unter Obdachlosen in mehreren Städten Deutschlands. Hamburg setzt nun auf Impfungen am Hauptbahnhof. Behörden prüfen, ob das niedrigschwellige Angebot den Ausbruch endlich stoppt.






