PfadnavigationHomeSportFußballWMFoulspiel„Die Qualität lässt nach“ – was die Schiedsrichter bei Brasiliens Elfmeter übersahenStand: 23:07 UhrLesedauer: 2 MinutenNach dem Achtelfinaleinzug Frankreichs knöpfen sich Jan Henkel und Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich den Schiedsrichter vor. „Ich habe das ganze Spiel mit dem Kopf geschüttelt“, kritisiert Ittrich das Verhalten der paraguayischen Spieler und des Schiris.Im WM-Achtelfinale zwischen Brasilien und Norwegen übersieht der Schiedsrichter zunächst ein eindeutiges Foulspiel im Strafraum. Erst nach Intervention des VAR revidiert er seine Entscheidung. Und dennoch hätte es keinen Elfmeter geben dürfen. Patrick Ittrich spart nicht mit Kritik.Bei der ersten Situation mit großer Tragweite war das Schiedsrichtergespann um Referee Ismail Elfath noch auf der Höhe. In der 3. Minute des WM-Achtelfinals zwischen Brasilien und Norwegen entschieden die Unparteiischen auf Abseits. Martin Ødegaard hatte zu Alexander Sørloth gepasst, der den Ball ins Zentrum zu Patrick Berg ablegte. Dessen Tor wurde wegen einer Abseitsstellung von Sørloth umgehend zurückgepfiffen.Sieben Minuten später aber wurde es kniffliger. Nach einem eindeutigen Foulspiel von Norwegens Kristoffer Ajer im Strafraum an Matheus Cunha entschied der US-Referee zunächst auf Eckball. Die wilden Proteste des Brasilianers liefen ins Leere, doch nachdem sich der uruguayische VAR Leodan Gonzalez einschaltete, schaute sich Elfath die Szene noch einmal an und kam schnell zum korrekten Schluss: Foulspiel.Elfath zeigte auf den Elfmeterpunkt – und lag damit dennoch falsch. Die Unparteiischen hatten auch ein ebenso klares Foulspiel in der Entstehung des Angriffs übersehen. Brasiliens Ryan, der den Angriff einleitete, hatte bei der Balleroberung Norwegens Antonio Nusa gefoult. Ittrich kritisiert SchiedsrichterDas sah auch der bei Magenta TV wieder einmal blitzschnell zugeschaltete Schiedsrichterexperte so: „Ich finde, dass die Entscheidungsqualität der Schiedsrichter auf dem Platz nachlässt. Also, das kann man auch als Schiedsrichter sehen“, sagte Patrick Ittrich und stellte Kommentator Marco Hagemann bei der Einblendung der betreffenden Szene die rhetorische Frage: „So, trifft er den Ball?“Ryan hatte den Ball eben nicht getroffen, was zwingend zu einem Eingriff des Unparteiischen hätte führen müssen. „Und das ist genau der Punkt“, so Ittrich. Der Hamburger Schiedsrichter, bis zur abgelaufenen Saison noch in der Bundesliga im Einsatz, kritisierte seinen Kollegen auch für die folgende Entscheidung beim Strafstoß: „Das ist ein klarer Elfer, aber das kann man auch auf dem Platz entscheiden. Insofern finde ich schon hier eine Aneinanderreihung von Fehlern durch den Schiedsrichter. Und ja, der Strafstoß ist am Ende klar. Aber auch die Balleroberung.“ Insofern ausgleichende Gerechtigkeit, als Norwegens Torhüter Ørjan Nyland den Elfmeter von Bruno Guimarães parierte.Lesen Sie auchAm Vortag hatte Ittrich dem völlig überforderten usbekischen Schiedsrichter Ilgiz Tantashev beim Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay die bislang schlechteste Leistung dieser WM-Endrunde attestiert.