PfadnavigationHomePolitikAusland250. GeburtstagErst Gewitter-Chaos, dann warnt Trump vor einer angeblichen Übernahme des Landes durch „Kommunisten“Stand: 06:28 UhrLesedauer: 4 MinutenNew Yorks Bürgermeister Mamdani nutzt den 250. Unabhängigkeitstag für eine kritische Rede über Amerikas Geschichte, soziale Ungleichheit und Einwanderung. „Mamdani redet Klartext und das kommt gut an bei den Leuten“, sagt US-Journalist Erik Kirschbaum.Das von Donald Trump angekündigte Spektakel anlässlich des 250. Geburtstags der USA wird kurzzeitig von einem Gewitter gestoppt. Der US-Präsident kann seine Rede mit Verzögerung aber doch noch halten.Die Feiern zum 250-jährigen Bestehen der USA in Washington sind nach einem Gewitter fortgesetzt worden. Mit mehr als einer Stunde Verzögerung hat US-Präsident Donald Trump seine Rede gehalten. Wenige Minuten später startete das von Trump angekündigte große Feuerwerk in Washington. In seiner Rede warnte Trump vor einer angeblich drohenden Übernahme des Landes durch „Kommunisten“. Das Land feiere am 4. Juli „den Triumph der Freiheit über die Tyrannei“, sagte Trump. Die Amerikaner würden sich die Freiheit nicht nehmen lassen. „Wir wollen keine Kommunisten in unserem Land“, fügte er hinzu.Trump sprach vor tausenden jubelnden Anhängern, die, wie schon bei seinen Wahlkampfauftritten, „USA, USA“ skandierten. Bereits am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore hatte er vor einer angeblichen „kommunistischen Bedrohung“ in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an.Trump vermischte in seiner Rede Parteipolitik mit patriotischen Appellen. „Wir werden immer an der Spitze stehen“, sagte Trump etwa. „Wir werden unser Land niemals untergehen lassen. Wir werden immer die Besten sein.“ Auf der anderen Seite verteidigte er den umstrittenen „SAVE America Act“, mit dem er ein strengeres Wahlgesetz forcieren will. Nach den Plänen sollen Wähler bei der Registrierung für Bundeswahlen ein Dokument vorlegen, das ihre US-Staatsbürgerschaft belegt, wie zum Beispiel einen US-Pass oder eine Geburtsurkunde.Außerdem würdigte Trump US-amerikanische Veteranen, darunter mehrere, die im Zweiten Weltkrieg dienten. Sie traten vor US-Flaggen in Erscheinung, die bedeutsame Momente der amerikanischen Geschichte symbolisieren sollten. So wurde etwa die Flagge, die über dem Sarg des ehemaligen Präsidenten Abraham Lincoln drapiert war, gezeigt. Vor Trumps Rede hatte der Sänger Lee Greenwood seinen Hit „Gold bless the USA“ zum Besten gegeben. Chaotische Szenen bei EvakuierungWegen eines Gewitters mit starken Windböen und Regenfällen war die National Mall zwischenzeitlich evakuiert worden. Dort hatten sich trotz Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius zehntausende Menschen versammelt, um einer Flugschau mit Kampfjets und später der Trump-Rede beizuwohnen.Lesen Sie auchBei der Evakuierung kam es laut AFP-Reportern teils zu chaotischen Szenen. Einige weigerten sich, das mit Zäunen abgesperrte Gelände zu verlassen. Andere stürmten mit „Trump, Trump“-Rufen durch die Eingänge hinein, während wiederum andere Menschen versuchten, sich vor den Blitzen in Sicherheit zu bringen.Dabei wurden Warnschilder aufgestellt, die die Besucher dazu aufforderten, das Gelände zu verlassen. Auch über Lautsprecher wurde die Evakuierungsanweisung durchgesagt. Angehörige der Nationalgarde forderten die Menschen auf, das Gelände zu verlassen.Danielle Alvarez, Sprecherin von „Freedom 250“, hatte die Besucher in einer Stellungnahme zwischenzeitlich dazu aufgefordert, in Museen und Bundesgebäuden in der Nähe der National Mall Schutz zu suchen. Auch die Washingtoner U-Bahn teilte mit, dass mehrere ihrer U-Bahn-Stationen als Schutzräume zur Verfügung stünden.Trump hatte in den sozialen Netzwerken erklärt, dass er seine geplante Rede zum 4. Juli dennoch halten werde. „Ich werde nicht zulassen, dass ein bisschen Regen unseren 250. Jahrestag verhindert“, schrieb Trump. Und weiter: „Stürme bringen Glück, egal zu welchem Anlass. Außerdem machen sie Veranstaltungen ein bisschen spannender.“ Die Parade zum Unabhängigkeitstag in Washington war wegen „extremer Hitze“ abgesagt worden. Auch in anderen Orten fielen die Paraden aus – darunter Philadelphia, wo Vertreter der 13 Ostküsten-Kolonien am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien unterzeichnet hatten.Aufmarsch der Gruppe „Patriot Front“Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter weißer Männer in der Nähe des Kapitols sichtbar. Sie trugen Baseballkappen mit Abzeichen der extremistischen Gruppe „Patriot Front“, die von der Überlegenheit Weißer überzeugt ist, und riefen „Reclaim America!“ (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen – die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.Der amerikanische Papst Leo XIV. nutzte die 250-Jahr-Feiern dagegen für eine Botschaft der Versöhnung: „Die Verteidigung menschlichen Lebens umfasst auch das Willkommenheißen, den Schutz und die Unterstützung von Einwanderern, deren Hoffnungen, Opfer und Beiträge von Beginn an Teil der Geschichte dieses Landes gewesen sind“, erklärte der in Chicago geborene Pontifex. Trump hatte Massenabschiebungen angeordnet.AFP/AP/luwi