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250 Jahre USA: Deutschland, du musst endlich erwachsen werden! Trump liefert zum 250. Geburtstag der USA eine Mega-Show. Während sich Amerika feiert, versinkt Europa in transatlantischem Trübsal. Warum es so nicht weitergeht. Ein Gastbeitrag.

Samina Sultan 03.07.2026 - 17:06 Uhr Zum 250. Geburtstag der USA will Präsident Donald Trump ein großes Feuerwerk zünden. Foto: REUTERS850.000 Raketen werden an diesem Samstag den amerikanischen Himmel erleuchten, US-Präsident Donald Trump will zum 250. Geburtstag der USA ein Mega-Feuerwerk zünden. Während er sein Land selbst bei einer Feuerwerksshow zu neuen Triumphen treiben will, verfällt Europa in Trübsal ob des Zustands der transatlantischen Beziehungen.Die erratische US-Zollpolitik, das Infragestellen der NATO oder gar die Drohung, Grönland zu annektieren – Grund für Trübsal gibt es. Mal um Mal hat Trump uns Europäern vor Augen geführt, für wie unwichtig er das transatlantische Bündnis erachtet. Und so fühlen wir uns als Opfer dieser US-Regierung und zeigen enttäuscht wie entrüstet mit dem Finger nach Washingtonl.IW-Ökonomin: Samina Sultan Foto: IW Zur Person Dr. Samina Sultan ist Senior Economist am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln für europäische Wirtschaftspolitik und Außenhandel. Davor war sie Referentin im Wissenschaftlichen Stab des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sie hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der University of California, Berkeley, promoviert.Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben wir in der EU – und insbesondere in Deutschland – das strategische Denken und die Führung nur allzu gern an die USA ausgelagert. Das gilt für die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, wo wir jahrelang auf Verschleiß gefahren sind. Die mächtigste Armee der Welt wird schon einspringen, wenn etwas passiert, so die bequeme Haltung.Donald Trump hat den Deal brachial aufgekündigtAuch in der Außenpolitik haben wir uns oft vor schwierigen Entscheidungen gedrückt. Washington wird die Richtung schon vorgeben. Und in wirtschaftlichen Fragen, haben wir auf die USA als „consumer of last resort“ gesetzt, die unsere Produkte „Made in Germany“ schon abnehmen werden, um in Krisenzeiten einen Absturz zu verhindern.USA Amerika, du machst es besser Die USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit, ihren ­Erfolgswillen, Innovationshunger – und das beste Geschäftsmodell der Welt. Was können wir lernen? von Sonja Álvarez, Henrike Adamsen, Julian Heißler und weiterenDiesen vermeintlichen Deal hat Trump mit aller Brachialität aufgekündigt. Ein Grund zu jammern? Bloß nicht! Vielmehr müssen wir die Krise der transatlantischen Beziehungen auf ganz amerikanische Weise nutzen: Wir müssen sie in eine Chance verwandeln – und endlich erwachsen werden. Drei Empfehlungen, wie das gelingen kann:1. Wir müssen in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik wie in der Außenpolitik mehr Verantwortung in der Welt übernehmen. Mit dem Sondervermögen und der Lockerung der Schuldenbremse für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben wird militärisch bereits gehandelt. Doch das allein reicht nicht. Es bedarf aber auch mehr eigener diplomatischer Bemühungen. Dass Deutschland gerade mit seiner Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat scheiterte, sollte eine Warnung sein. So ein Debakel kann sich Deutschland kein zweites Mal leisten, wenn es auf internationaler Bühne tatsächlich als einflussreicher Akteur auftreten will.2. Wir müssen im Sinne des kanadischen Premiers Mark Carney eine Allianz mit anderen Mittelmächten bilden. Gemeinsam können wir das notwendige Gewicht aufbauen, um der regelbasierten Weltordnung wieder Geltung zu verschaffen – sei es mit Blick auf multilaterale Institutionen wie der UN, der Welthandelsorganisation oder dem Völkerrecht. Bisher sind diese zu einseitig abhängig vom Wohlwollen und Engagement der USA. Die EU kann als Anker einer solchen Allianz dienen – wenn sie es denn schafft, außenpolitisch handlungsfähiger zu werden.3. Deutschland muss sich von seinen transatlantischen Träumereien verabschieden. Die Beziehungen zu den USA müssen endlich von mehr Realismus geprägt sein. Dabei helfen weder reflexartiger Antiamerikanismus noch blinde Gefolgschaft. Denn was niemand anzweifeln wird: Die USA bleiben einer unserer wichtigsten Partner. Das gilt umgekehrt genauso für US-Unternehmen auf dem europäischen Markt. Die transatlantischen Wertschöpfungsketten sind entsprechend tief. In 250 Jahren haben die USA ihre Superkraft stetig verfeinert: Jede Krise ist oft nur der Anfang für den nächsten Boom. Anpassungsfähigkeit, Innovationskraft und Fehlerkultur – da kann und muss Europa von den USA lernen.Und wenn Deutschland und Europa eigenständiger, emanzipierter und damit auch selbstbewusster auftreten, werden uns auch die USA ernster nehmen. Das wäre dann ein Win-win. In diesem Sinne: Happy Birthday, USA! Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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