Es muss ein unglaublicher Moment gewesen sein, als sich am 7. Dezember 1835 die erste mit Dampf betriebene Lokomotive auf deutschem Boden in Gang setzte, um einen Zug mit rund 200 geladenen Fahrgästen von Nürnberg nach Fürth zu bringen. Überall flackerten die blau-weißen Fähnchen der bayerischen Landesfarben im Wind. Tausende Schaulustige waren gekommen und feierten das historische Ereignis auf eigens errichteten Tribünen und in Zelten entlang der sechs Kilometer langen Fahrstrecke der nach dem bayerischen König benannten Ludwigsbahn. In Nürnberg wurde feierlich ein Gedenkstein mit der Inschrift enthüllt: „Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft 1835“.

Es war der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Das Bahnprojekt erwirtschaftete bereits im ersten Geschäftsjahr hohe Gewinne, inklusive einer Dividende von 20 Prozent für die Aktionäre, und galt als zukunftssicher. Schon fünf Jahre nach der Premiere gab es 500 Kilometer Schienennetz. Im Jahr 1914, also vor Beginn des Ersten Weltkrieges, waren die Bahnstrecken im Deutschen Reich über 64.000 Kilometer lang – das dichteste und leistungsfähigste Netz Europas.

Technische Entwicklungen und futuristische Visionen

Seitdem hat die Menschheit Dinge wie Atomwaffen, das Internet und selbstreinigende Autobahntoiletten erfunden. Welch futuristische Vision mag also die Deutsche Bahn zum 200-jährigen Jubiläum der Eisenbahn in Deutschland im Jahr 2035 haben? Vielleicht fahrerlose Züge, die alle Geschwindigkeits- und Sicherheitsrekorde brechen? Dutzende neuer Kurzstrecken, die auch Kleinstädte und Dörfer autolos miteinander verbinden und erreichbar machen? Oder Sitze mit kleinen eingebauten Bildschirmen, auf denen man, wie auf Langstreckenflügen, ein ständig wechselndes Entertainmentprogramm abspielen kann?