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Die dystopische Literatur des Imperialismus, die mit Jack Londons „Eiserne Ferse“ begann, erfährt seit den 2020er Jahren ein Comeback und wird zunehmend mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Von Paul Lynchs „Das Lied des Propheten“ (Booker-Preis 2023) bis zu Ali Smiths „Gliff“ (Dubliner Literaturpreis 2026) entwerfen Schreibende Zukunftsvisionen, die der Gegenwart verstörend nahe sind.
Anders als Lynch, dessen Widerstand konspirativ und düster bleibt, verankert Smith ihn in der Struktur von „Gliff“ selbst. Durch die Mutterfigur, zwei Gleichnisse, das Pferd Gliff, den Akt des Benennens und den Wechsel zur zweiten Person zeigt sie Widerstand als fortwährenden Akt des Linderns: Wunden versorgen, Ausgelöschtes erinnern und dem Unverifizierbaren entgegengehen. Zentral ist dabei die Kategorie des „Unverifizierbaren“ – Menschen, denen ihre digitale Identität entzogen wurde, weil sie die Mächtigen mit der Wahrheit konfrontierten. Das Pferd Gliff bewahrt die Erinnerung an das Humane in einer Welt, deren System und dessen Vollstrecker unmenschlich geworden sind.








