BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Tilman SteffenAlice Weidel mit deutlich stärkerem WahlergebnisAuch AfD-Bundeschefin Alice Weidel ist wiedergewählt. Sie erhielt 81 Prozent der Stimmen und damit deutlich mehr als ihr gerade mit 70 Prozent wiedergewählter Co-Chef Tino Chrupalla. 19 Pozent stimmten gegen Weidel. Tilman SteffenTino Chrupalla mit 70 Prozent als AfD-Chef wiedergewähltTino Chrupalla ist als AfD-Chef wiedergewählt. Für den Co-Vorsitzenden von Alice Weidel stimmten 70 Prozent der Delegierten, 30 Prozent stimmten mit Nein. Das ist deutlich weniger als zur vergangenen Wahl 2024, bei der Chrupalla 83 Prozent und damit sogar etwas mehr als seine Co-Chefin erreicht hatte. In seiner Bewerbungsrede inszenierte sich Chrupalla als bodenständiger Politiker, der den Kontakt zur Partei durch intensive Basisarbeit pflege. Sarah KohlerPolizei meldet weiter 25.000 Protestierende, erste Blockade beendetNach Angaben der Polizei beteiligen sich aktuell insgesamt bis zu 25.000 Personen an Demonstrationen und Blockaden gegen den AfD-Parteitag in Erfurt. Vereinzelt sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, dabei hätten Polizisten auch Pfefferspray eingesetzt. Zwei Journalisten seien durch Flaschenwürfe verletzt worden, die Ermittlungen liefen.Laut Polizei haben die Protestierenden erste Blockaden auf der A 71 selbst beendet, mehrere Tausend Menschen befänden sich jedoch weiterhin auf der Autobahn. Verkehrsbehinderungen hielten an.Sarah KohlerBodo Ramelow nimmt an Protesten teilThüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bei Protesten gegen den AfD-Parteitag die Weltoffenheit Erfurts unterstrichen. »Diese Stadt steht für Freiheit, diese Stadt steht für Vielfalt, diese Stadt steht für ein gemeinsames buntes Leben«, sagte er bei einer Protestveranstaltung in der Nähe des Parteitags. Die Sitzblockade am Gothaer Platz stehe in einer längeren Tradition in Thüringens Landeshauptstadt: Bereits 1993 hätten Arbeiter sitzend auf dem Gothaer Platz gegen ein Baugebiet protestiert. Es habe Tradition, »dass man auch auf dem Gothaer Platz mal rumsitzt«, sagte Ramelow. Mehr als Tausend Menschen besetzen am Morgen nach Polizeiangaben aus Protest gegen den AfD-Parteitag den zentralen Gothaer Platz.Sarah KohlerDGB-Chefin Fahimi nennt Erfurt »Ort des Widerstands«DGB-Chefin Yasmin Fahimi unterstützt den Protest. »Wir machen heute deutlich, dass Erfurt nicht ein Ort irgendeines Parteitags ist, sondern Erfurt ist heute ein Ort des Widerstands«, sagte Fahimi bei einer Protestveranstaltung in der Nähe des AfD-Parteitags. Ein Verfahren zum Verbot der Partei müsse jetzt aus den Ländern heraus auf den Weg gebracht werden.Der aus Erfurt stammende Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) lobte bei der Kundgebung den Zusammenhalt der Demonstranten. Die AfD sei kein Ostphänomen. »Das ist ein Thema, das ganz Deutschland bedroht. Und deshalb ist es gut, dass wir hier heute zusammenstehen«, sagte er.Sarah KohlerAfD will an Regierung in Sachsen-AnhaltThüringens AfD-Chef Björn Höcke rechnet offenbar fest mit einem Sieg von Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bei der Landtagswahl Anfang September. »Ich bin mir sicher, du bist der nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt«, rief Höcke Siegmund zu und erntete großen Applaus. »Wir sind auf der Siegesstraße der Geschichte unterwegs.« Die Brandmauer habe die AfD erst groß gemacht.Höcke plädierte für Veränderungen. Ein großartiges Deutschland sei ein Land, in dem die öffentlichen Plätze sauber und gepflegt seien. »Schauen Sie auf den Zustand der Autobahntoiletten eines Landes und Sie erkennen den Zustand der Gesellschaft«, sagte er. Es gehe aber auch darum, »Deutschland wieder mit sich selbst zu befreunden«. »Wir wollen Deutschland wieder großartig machen«, rief er, möglicherweise in Anspielung auf Donald Trumps Wahlkampfslogan.Sarah KohlerAfD-Parteitag stimmt nicht über Unvereinbarkeitsliste abEine Gruppe von Delegierten um den rechtsextremen Thüringer Landesparteichef Björn Höcke hat ihren Antrag auf Überarbeitung der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD zurückgezogen. Damit sollte der Bundesvorstand beauftragt werden, »die Unvereinbarkeitsliste (UVL) binnen eines Jahres zu überarbeiten«. Die Liste regelt bislang, welchen extremistischen Organisationen Parteimitglieder nicht angehören dürfen, etwa der rechtsextremen Identitären Bewegung. Höcke setzt sich dafür ein, dass sich die Partei stärker für Mitglieder aus dem radikalen Milieu öffnet.Die Parteispitze hatte eine Debatte über rechtsextreme Splittergruppen jedoch verhindern wollen. Alice Weidel sagte, der neu gewählte Bundesvorstand werde sich des Themas sofort annehmen und »innerhalb eines Jahres selbstverpflichtend die Unvereinbarkeitsliste überarbeiten, mit einem klaren Kriterienkatalog«.Caspar LederAbgeordneter der Linken bezeichnet Protest als »Riesenerfolg«In Erfurt hat mein Kollege Jakob Milzner mit Luke Hoß, einem Bundestagsabgeordneten für die Partei Die Linke, gesprochen. Auf die Frage danach, wie er sich fühle und wie es sei, vor Ort zu sein, sprach Hoß von einem »Riesenerfolg«. Die Menschen in Erfurt hätten ihn und die mit ihm ankommenden Demonstranten willkommen geheißen. »Wir wurden begrüßt von Leuten, die an den Fenstern standen«, sagte er. Die Menschen hätten gewinkt, die Daumen gezeigt und bei Demosprüchen mitgerufen. Er sprach von einem »Strahl der Hoffnung«, der von Erfurt ausginge.Die Menge der Menschen, die sich gegen die AfD wendete und deren Sichtbarkeit in der Berichterstattung, bezeichnete er als erfolgreich. Er sprach von einer wirklich breiten Zivilgesellschaft aus Erfurt, die vor Ort zusammengekommen sei.Tilman SteffenWeidel feiert die AfD als neue Volkspartei Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel beginnt ihre Auftaktrede hier in der Parteitagshalle in staatstragendem Ton, sie bilanziert die Arbeit ihrer Partei – darunter Mitgliederzahlen, Wahlergebnisse. Sie zeigt eine Folie mit Wählerwanderung aus dem Wahlkampf 2025: Die AfD hat demnach 1,8 Millionen Nichtwähler hinzugewonnen, eine Million von der Union herübergezogen. »Wir sind die Taktgeber im Bund«, konstatiert Weidel. Selbst »im linken Berlin« sei die Partei Umfragesieger. Sie versucht, mit einer Pointe zu punkten: Die AfD in Berlin werde den Regierenden Bürgermeister der CDU zur Wahl im September »zurück auf den Tennisplatz« schicken – dahin, wo sich Wegner hinbegeben hatte, nachdem Extremisten in Berlin einen Anschlag auf die Stromversorgung verübt hatten. Wo sie bei früheren Parteitagen laut von den »Windrädern der Schande« sprach oder von »Remigration«, löste sie den Jubel der Delegierten diesmal mit den Worten aus, die AfD wolle das Land »in Schwarz-Rot-Gold tauchen«. Auch Weidel zeigt einen Film voller Jubelbilder aus vorangegangenen Wahlkämpfen, darunter den Videoauftritt von Elon Musk im Januar 2025. »Wir sind die neue Volkspartei«, sagt sie mehrmals. Die Partei hat mittlerweile fast 80.000 Mitglieder und ist in den meisten Bevölkerungsschichten verankert.Sarah KohlerLeiter der Gedenkstätte Buchenwald wirft AfD nationalistisches Gedankengut vorAnlässlich des AfD-Parteitags hat Jens-Christian Wagner, der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, an den Reichsparteitag der NSDAP vor genau 100 Jahren in Weimar erinnert. »Zeitpunkt und Ortswahl sind ganz sicherlich kein Zufall«, sagte Wagner bei einer Protestveranstaltung in Erfurt. Mit der Entscheidung, den Parteitag in Erfurt zu veranstalten, sende die AfD ein »ganz deutliches Signal«. Die AfD sei zumindest noch nicht die »NSDAP 2.0«. »Aber ihre Bezugnahme auf völkisches, autoritär-nationalistisches Gedankengut der Zwanziger- und Dreißigerjahre wird immer deutlicher und ihr Versuch, die Verbrechen der Nazis kleinzureden und umzudeuten«, sagte Wagner.Tilman SteffenHöcke will Nation auf die Couch legenBjörn Höcke ist Chef des gastgebenden Thüringer Landesverbandes. In einer Begrüßungsrede referiert er viel bekannte AfD-Rhetorik, jedoch in dem von ihm bekannten bedeutungsschweren Duktus. Das steht ein wenig im Widerspruch dazu, dass er in der Halle hier in Erfurt teils schlecht zu verstehen war. Er sprach überwiegend leise, erst zum Schluss hob er die Stimme, die Delegierten schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen.Unter anderem erklärte er bildsprachlich die AfD zum Psychologen Deutschlands – die AfD müsse einen Teil der Nation »auf die Couch legen«, um von der AfD beklagte Missstände zu beseitigen. Höcke hatte schon vor dem Parteitag Signale gesetzt: Er unterstützte einen Antrag, der die sogenannte Unvereinbarkeitsliste der Partei modifizieren wollte. Die Liste führt Organisationen wie die rechtsextremistische, mittlerweile verbotene HDJ auf, die mit einer AfD-Mitgliedschaft unvereinbar sein sollen. Höcke sprach sich dafür aus, zumindest ein Verfallsdatum einzuführen, sodass etwa frühere HDJ-Mitglieder in die Partei eintreten könnten. Am Ende erfolglos: Nachdem sich Bundeschefin Alice Weidel am Rednerpult für eine Vertagung des Vorhabens ausgesprochen hatte, zogen die Antragsteller es zurück. Sarah KohlerChrupalla beschwört Einheit der AfD-Parteispitze Co-Parteichef Tino Chrupalla hat in seiner Eröffnungsrede die Einigkeit in der Parteiführung beschworen. Die Doppelspitze mit Alice Weidel sei »ein Erfolgsduo, wie es die deutsche Politik selten gesehen hat. Wir waren, wir sind und wir bleiben ein Herz und eine Seele. Ein Herz, das für Deutschland schlägt und eine Seele, die für Deutschland lebt.«Die AfD wolle sich generell als einigende Kraft präsentieren, sagte Chrupalla. »Wir stehen für Einigkeit, nicht für Spaltung.« Das Ziel der AfD sei, »dass in Deutschland alle gemeinsam wir sagen können«. Die anderen Parteien müssten es akzeptieren, wenn die AfD Wahlen gewinne. »Das ist das Schöne an der Demokratie, das ist der Wählerwillen«, sagte Chrupalla. »Wahlen sind das wahre Fest der Demokratie.«Caspar LederPolizeisprecher bezeichnet Proteste als »größtenteils friedlich«Mein Kollege Jakob Milzner hat vor Ort in Erfurt mit einem Sprecher der Polizei gesprochen. Das Versammlungsgeschehen bezeichnete er als »größtenteils friedlich«, im Vorfeld und bis zum Zeitpunkt des Gesprächs habe man knapp 100 Straftaten, größtenteils Sachbeschädigungen durch Graffiti, gezählt. Es gebe keine verletzten Einsatzbeamten. In Erfurt sind demnach mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten aus allen Bundesländern sowie von der Bundespolizei vor Ort.Noch vor dem Beginn der Großkundgebung hatte er von 20.000 Teilnehmern gesprochen, die in der Stadt unterwegs seien. Man könne nicht erwarten, dass vor dem offiziellen Start schon alle Teilnehmer vor Ort seien. Er denke jedoch nicht, dass die Zahl von 50.000 Teilnehmern, die im Vorfeld genannt worden sei, erreicht werde.Sarah KohlerChrupalla sieht Partei bereit zum Regieren Die AfD hat sich zum Auftakt ihres Bundesparteitags in Erfurt zur Übernahme von Regierungsverantwortung bereit erklärt. »Wir werden gewinnen«, sagte der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla. »Vielleicht können wir bald schon allein regieren.« Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt könnte die AfD die absolute Mehrheit holen. »Das wäre das richtige Zeichen an die Demokratieverächter, die da draußen unseren Parteitag verhindern wollten«, sagte er.Den Demonstrierenden warf er vor, »gegen die demokratische Willensbildung« zu protestieren. »Sie glauben, im Alleinbesitz der Demokratie zu sein. Diesen Demonstranten sage ich: Diese Demokratie ist genauso unsere Demokratie wie eure.« Parteitage abzuhalten sei ein »verbrieftes Recht«, sagte er. »Diese Chaoten sind das letzte Aufgebot unserer parteipolitischen Konkurrenz.«Sarah KohlerInnenminister spricht von guter Vorbereitung des PolizeieinsatzesThüringens Polizei hat sich nach Angaben von Landesinnenminister Georg Maier (SPD) seit Wochen für den Großeinsatz zum AfD-Parteitag gerüstet. Es habe eine »generalstabsmäßige Vorbereitung« gegeben, sagte er bei einem gemeinsamen Besuch des Polizeilagezentrums mit Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Maier und Voigt appellierten erneut an die Demonstranten, ihren Protest gegen die AfD gewaltfrei vorzutragen. Er hoffe, dass es keine Verletzten gibt, sagte Voigt. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers liegen bisher keine Hinweise vor, dass bei den Protestaktionen oder Blockaden Teilnehmer oder Polizisten ernsthaft verletzt wurden.Mehr ladenTickarooLive Blog Software