Martin Hofmann dürfte die Sorgen der deutschen Industrie im Umgang mit neuer Informationstechnologie nur zu gut aus eigener Anschauung kennen. Neun Jahre lang war er für die IT von Deutschlands größtem Autobauer zuständig, der Volkswagen-Gruppe. 2021 wechselte Hofmann zum amerikanischen Technologieunternehmen Salesforce, um, wie er sagt, zu lernen, „wie Silicon Valley Technologiesoftware baut und an den Markt bringt“. Jetzt meldet sich Hofmann zurück mit einem eigenen Unternehmen und einer neuen Idee, und die dreht sich um das Thema der Stunde: Künstliche Intelligenz.Die Idee erklärt Hofmann so: Sein Unternehmen Novagentica stellt eine Oberfläche bereit, über die Kunden in der Industrie auf verschiedene KI-Modelle zugreifen können, um sogenannte Agenten in ihren hauseigenen Computersystemen laufen zu lassen. Das sind KI-Anwendungen, die eigenständig Aufgaben erledigen können. Wer seine Agenten direkt in den Systemen von OpenAI oder Anthropic baue, mache sich abhängig, meint Hofmann. „Wir wollen unseren Kunden größtmögliche Freiheit geben, um das meiste rauszuholen aus der Technologie.“Hofmann setzt darauf, dass Europa zwar bei der Entwicklung der großen Sprachmodelle wie GPT und Claude abgehängt ist, aber in der Implementierung von Anwendungen in der echten Welt ein Wörtchen mitreden kann. Eine der spannendsten Fragen in der KI-Welt ist derzeit, wie sich die Technologie in industrielle Prozesse integrieren lässt – und wie sich damit Aufgaben komplett an die KI delegieren lassen, mit einem „expert in the loop“, der aufpasst, dass dabei keine Fehler passieren. Solche KI-Agenten könnten „automatisiert Teile bestellen, Qualität überwachen, Lebensläufe vergleichen“, erklärt Hofmann. Von den IT-Abteilungen der DAX-Konzerne bis in den Mittelstand beschäftigten sich gerade alle mit diesem Thema, sagt er.
Was der ehemalige VW-IT-Chef Martin Hofmann mit seinem KI-Start-up vorhat
Martin Hofmann war für die IT von Volkswagen verantwortlich. Mit seinem neuen Unternehmen will er Deutschlands Industrie mit der Künstlichen Intelligenz helfen – erst recht, nachdem die Amerikaner den Zugang blockiert haben.









