Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist einem Zeitungsbericht zufolge im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Zwischen Januar und Juni 2026 seien 51.147 Anträge gestellt worden und damit 27 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission.Damit belege die Bundesrepublik, die lange der Spitzenreiter bei den Asylanträgen war, im europäischen Vergleich nur noch den vierten Platz. In der gesamten Europäischen Union (EU) sowie in Norwegen und der Schweiz (EU+) sank die Zahl der Schutzsuchenden dem Bericht zufolge um 19,3 Prozent auf 321.627. Zahl der Erstanträge stark zurückgegangen Die Zahlen fassen Erst- und Folgeanträge zusammen. Noch stärker ist der Rückgang, wenn man sich nur die Erstanträge anschaut. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium beantragten 2026 im ersten Halbjahr 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Mit verschärften Grenzkontrollen wie hier am deutsch-polnischen Grenzübergang in Frankfurt (Oder) will Deutschland die ungeregelte Einreise beschränken. © dpa/Patrick Pleul Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 61.336 Asylerstanträge entgegen. Das waren damals ungefähr halb so viele Erstanträge wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 Asylerstanträge gestellt worden waren. Die meisten Anträge werden in Frankreich, Italien und Spanien gestellt Spitzenreiter bei den Asylanträgen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war Frankreich mit 65.538 Gesuchen, gefolgt von Italien mit 63.985 und Spanien mit 53.888. Die wenigsten Anträge verzeichneten Ungarn mit 49, die Slowakei mit 66 und Litauen mit 130.Die meisten Asylbewerber in Deutschland stammen aus Afghanistan, der Türkei und Syrien. Europaweit bildeten Afghanen, Venezolaner und Menschen aus Bangladesch die größten Gruppen von Schutzsuchenden.Während es afghanische Staatsbürger vor allem nach Deutschland zog, war Spanien das Hauptzielland für Menschen aus Venezuela und Italien für Asylsuchende aus Bangladesch. (Reuters/dpa)