Arlington (dpa) - Einer der „besten Tage“ seines Lebens wurde für den als ägyptischer „König“ gefeierten Mohamed Salah nach der Ankunft im Teamhotel in Dallas noch viel besser. Der Superstar der Pharaonen und sein Team wurden von Hunderten Fans begeistert empfangen - und gemeinsam feierten sie eine stimmungsvolle WM-Straßen-Party nach dem historischen Achtelfinal-Einzug durch ein 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Australien. Auf den Schultern eines anderen sitzend wackelte Salah zu arabischen Rhythmen, erst nach rund einer halben Stunde zog es ihn ins Hotel. Wohl auch, um seinen Achtelfinalgegner am Fernseher zu beobachten. Und dort konnte der 34-Jährige dann sehen, wie sich Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi gegen Außenseiter Kap Verde zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung mühte. Auch dieses Ergebnis war ganz im Sinne von Salah.„Das ist etwas für die Geschichtsbücher“Welchen der vielen Superstars er für seinen „letzten Tanz“ bei einer WM auserwählen würde, war er direkt nach dem Elfmeter-Drama gegen Australien gefragt worden. „Messi“, antwortete der langjährige Liverpooler Torjäger ohne zu zögern. Und das Duell der beiden Offensivstars, die die Auswahlmannschaften ihrer Heimatländer seit vielen Jahren prägen, ist nun perfekt. Für den Verlierer könnte es das letzte WM-Spiel sein.Argentinien ist im Achtelfinale am kommenden Dienstag in Atlanta der große Favorit. Doch Ägypten geht mit dem Bewusstsein in die Partie, schon jetzt zig Millionen Menschen auf der ganzen Welt stolz gemacht zu haben. „Das ist etwas für die Geschichtsbücher. Das ist für Afrika, für die arabischen Länder. Wir haben alle repräsentiert“, sagte Ägyptens Trainer Hossam Hassan: „Wir haben so eine große Geschichte. Wir sind die Pharaonen, wir sind Araber, wir sind Afrikaner. Das haben wir heute repräsentiert.“Das ist Salahs TraumOhne Pathos geht es bei den Ägyptern nicht. Auch nicht bei Salah, der nach einer Oberschenkelzerrung zwar rechtzeitig fit wurde, aber erst am Ende der regulären Spielzeit besser im Spiel war. Im Elfmeterschießen behielt er die Nerven und verwandelte. Sein Traum sei, irgendwann zurückzublicken und sagen zu können, „dass ich etwas Gutes getan habe, weil die Menschen von mir gelernt haben und auch die Hoffnung haben, dass sie etwas Gutes erreichen können“, sagte der aktuell vereinslose Profi: „Deshalb war heute einer der besten Tage meines Lebens.“Ägypten gewann erstmals ein K.-o.-Rundenspiel einer Weltmeisterschaft und steht nach 92 Jahren wieder im WM-Achtelfinale. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen. Im Moment des Triumphs hatte Salah Freundentränen in den Augen. „Ich habe das Gefühl“, sagte er, „dass jemand eine wunderschöne Geschichte für das ägyptische Volk schreibt“.© dpa-infocom, dpa:260704-930-331671/1